Späte Ehre für die Palmen

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Von wegen „entsorgt“: Im Gewächshaus des Botanischen Sondergartens kommen die Pflanzen als Rankgerüst nun doch noch zur Geltung Fotos: Thielcke

Das WochenBlatt fand die Reste der Rahlstedt-Deko

Von Christa Möller
Rahlstedt. Rahlstedt ist ein ganz normaler Hamburger Stadtteil – eigentlich. Hier lebt sich’s gut, die Infrastuktur ist perfekt und rundum ist es schön grün, wofür im Ortskern heimische Bäume sorgen. Nur in der Fußgängerzone an der Schweriner Straße ist alles etwas anders.
Im Zuge der Umgestaltung dieses Bereiches träumten viele Mitglieder des Umweltausschusses in der Wandsbeker Bezirksversammlung offenbar von einer Art Karibik-Flair. Denn sie stimmten in Folge eines langen Planungsprozesses, an dem Geschäftsleute und Politik intensiv mitwirkten, und nach ausgiebiger Diskussion mehrheitlich der Pflanzung von zwölf Palmen zu. Im dritten Quartal 2011 wurden diese schließlich eingepflanzt mit dem Ziel, „ein besonderes Highlight im Ortskern zu schaffen“, so Bezirksamtssprecherin Lena Voß. Das hat bekanntlich nicht so recht geklappt. Die 12.000 Euro teuren, Wärme liebenden Palmen erschraken sich gleich im ersten eisigen norddeutschen Winter zu Tode – sie gingen kommentarlos ein und blieben zum stillen Gedenken erstmal an Ort und Stelle, bis sie Monate später „fachgerecht entsorgt“ wurden, so Lena Voß.
Allerdings hat das Wochenblatt diesbezüglich ganz andere Infos. Die Palmen könnten nun nämlich, obwohl schon tot, doch noch wieder grün werden. Wie das geht? Im brasilianischen Regenwald-Gewächshausklima des Botanischem Sondergartens in Wandsbek kommen sie bald besser zur Geltung als im kühlen Rahlstedt: Dort sollen die etwa zwei Meter hohen Stämme sozusagen als Rankgerüst begrünt mit schwarzem Pfeffer, Scindapsus und Schmetterlingsorchideen in der Brasilien-Ausstellung noch zu späten Ehren kommen.

Eiche kaputt

Und was wächst derweil in Rahlstedt? Im November 2012 hat sich der Rahlstedter Regionalausschuss für zwölf Säuleneichen als Ersatz ausgesprochen. Die kosteten 800 bis 1.000 Euro und kamen im April dieses Jahres in die Rahlstedter Erde. Ob das allerdings eine so gute Idee war, lässt sich noch nicht wirklich sagen. Unter ihrem Schatten lässt sich’s nicht gemütlich flanieren, Säulen sind nun mal hoch und nicht breit. Aber fest steht: Der erste Baum ist bereits braun. Eingegangen sei er aber nicht, „sondern lediglich nicht angewachsen, was bei Naturprodukten mal vorkommen könne“, so Lena Voß. Warum auch die Eiche nicht in Rahlstedt wachsen wollte, das lasse sich zur Zeit nicht sagen. Aber immerhin: „Der Lieferant ist informiert und sorgt für entsprechenden Ersatz.“ Und da es eine Anwachsgarantie gibt, ist das sogar kostenlos für den Steuerzahler. Wenn das keine gute Nachricht ist…
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 09.06.2013 | 17:04  
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