Sparen mit Lern-Effekt in Hamburg

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Beim Aufbau des Windrades mussten einige Unwegsamkeiten beseitigt werden

Premiere in Hamburg: An der Otto-Hahn-Schule wurde ein Windrad gebaut

Von Christa Möller
Hamburg. Energiesparen ist gar nicht so einfach, besonders, wenn schon viele Möglichkeiten ausgeschöpft sind. An der Otto-Hahn-Schule sorgen beispielsweise bereits diverse Solarmodule für Wärme durch Sonnenenergie. Weil die Dachlast durch die schweren Module an ihre Grenzen stößt, kommt nun ein Windrad dazu.

Baum war bei den Arbeiten im Weg

Bereits vor vier Jahren hatten Schüler die Idee dazu. Die Umsetzung ließ allerdings auf sich warten. Es erwies sich als schwierig, den idealen Standort zu finden. Nicht zuletzt waren allerlei behördliche Formalitäten im Zuge der Vorbereitungen zu erledigen. Schließlich stand der Inbetriebnahme nichts mehr im Wege.
Als jedoch am letzten Hamburger Schulferientag die Windbauer von der nordfriesischen Firma Easy Wind aus Sande anrückten, gab es doch noch unerwartete Probleme.
„Ein Baum war im Weg. Der Mast wird vormontiert und hochgezogen, aber das klappt so nicht“, sagt Lehrer Nikolai Zantke, der das Projekt betreut. Es wurde umgeplant. Die ursprünglich angedachte Richtung für den Aufbau geändert. Damit nicht genug: Weil der Mast zwecks Wartung auch zukünftig regelmäßig zu Boden gehen soll, bekommt der Zaun nun ein Schwenkscharnier. Erst dann kann die Anlage dahin geschwenkt werden, wo sich ihre Rotoren zukünftig drehen sollen – als erstes Modell dieser Art mitten in der Stadt Hamburg.

Geld bei Sponsorenlauf ergattert

Für die Anschaffungs- und Aufbaukosten von etwa 40.000 Euro hatten sich die Schüler bei einem Sponsorenlauf schon vor drei Jahren ordentlich ins Zeug gelegt. Dazu kommen Spendengelder einer Sparkasse sowie Behördenmittel. „Den Rest zahlt die Schule aus den 50:50 Mitteln“, verrät Zantke. Diese Mittel erhält die Schule durch Energieeinsparung. „In diesem Jahr haben wir 85.000 Euro Energie gespart, über 37.000 Euro bekommen wir deshalb.“

Auch für Unterricht geeignet

Genutzt wird die umweltfreundliche Sechs-Kilowatt-Kleinwindanlage, die bei Böen sogar schon mal acht Kilowatt erreichen kann, als Stromerzeuger direkt fürs Schulnetz. Und nebenbei können die Schüler hier gleich lernen, wie Windenergie funktioniert. Doch auch wirtschaftliche und statistische Berechnungen werden plastischer durch das Modell direkt vor Ort, das diese Woche endlich in Betrieb gehen soll.

Gibt‘s wieder einen Preis?

Vierzehn Mal ist die Otto-Hahn-Schule bereits als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden. Nach diesem außergewöhnlichen Windrad-Projekt scheint eine Fortsetzung bei der Preisvergabe nicht ausgeschlossen.
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