SPD lehnt Tunnellösung ab

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Wer von der Kühnstraße über die Jenfelder Straße zur Bundesstraße 75 in die Ahrensburger Straße fährt, wird oft von der geschlossenen Bahnschranke aufgehalten und verliert viel Zeit. Foto: ZZ

Bahnübergang Jenfelder Straße sollte nicht geändert werden

Von Jürgen Hartmann
Jenfeld. Im Rahmen der Aufhebung der Bahnübergänge an der Eisenbahnstrecke Hamburg – Lübeck ist derzeit vorgesehen, auch den Bahnübergang an der Jenfelder Straße im Jahr 2015 durch einen Tunnel zu ersetzen. Aufgrund der geringen Verkehrsbelastung schlägt die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek nun vor, die Planungen zu ändern und hier keinen Tunnel zu bauen. Bei einem Verzicht auf diese Maßnahme würde die Stadt mehrere Millionen Euro sparen. Statt dessen sollten die Autofahrer die Übergänge im Sonnenweg oder im Holstenhofweg nutzen.
„Im Zuge der Befassung mit diesem Thema ist deutlich geworden, dass die ursprünglichen Planungen der Stadt auf alten Zahlen beruhen“, berichtet Lars Kocherscheid-Dahm, verkehrspolitischer Sprecher der Wandsbeker SPD-Fraktion. „Es wurde auf Verkehrszählungen zurückgegriffen, die zu einem Zeitpunkt durchgeführt wurden, als die benachbarten Querungen am Sonnenweg und am Holstenhofweg noch nicht fertig ausgebaut waren.
Auf unseren Hinweis hin hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nun noch einmal die Verkehre am Bahnübergang gezählt. Dabei wurde deutlich, dass diese beiden Straßenzüge den zusätzlichen Verkehr durchaus noch aufnehmen könnten.“
Bei der aktuellen Zählung wurden knapp 2.350 Fahrzeuge, 124 Radfahrer und 64 Fußgänger in 24 Stunden gezählt. Der Bau eines Straßentunnels in der Jenfelder Straße würde nach aktuellem Stand etwa 23 Millionen Euro kosten. Die Kosten hierfür würden nach bestehenden Vereinbarungen zwischen der Bahn, der Stadt Hamburg und dem Bund geteilt werden, so dass ein Verzicht auf diese Maßnahme für Hamburg Minderausgaben in Höhe von sieben bis acht Millionen Euro bedeuten würde.
„Angesichts der vergleichsweise geringen Frequentierung des Bahnübergangs und der hohen Baukosten sowie der dann entstehenden Instandhaltungskosten für einen Tunnel teilen wir die Ansicht der Fachleute, dass ein solches Vorhaben wirtschaftlich nicht vertretbar ist“, so Kocherscheid-Dahm weiter. Würde der Bahnübergang ersatzlos aufgehoben und die Straße abgebunden werden, entstünden für Hamburg deutlich geringere Kosten in Höhe von etwa 600.000 Euro. Neben der Ersparnis sehen die Wandsbeker Sozialdemokraten einen weiteren positiven Effekt: Die ohnehin bestehenden Planungen, im weiteren Verlauf der Jenfelder Straße zwischen Kühnstraße und Jenfelder Allee Tempo 30 einzuführen würden durch diese Maßnahme effektiv unterstützt werden, da der Verkehr deutlich reduziert werden würde. Zusätzlich würden auch die Anwohner im Wohngebiet der Jenfelder Straße zwischen der B75 und dem heutigen Bahnübergang entlastet werden – auch dort wäre künftig Tempo 30 möglich. (zz)
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