Sprechen Sie Kisuaheli?

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Beim Englischunterricht. Foto: privat
 
„Was das Land braucht, ist Bildung, Bildung und noch mal Bildung“, sagt Birgit Hilmer-Günther, hier mit Gastgeschenken aus der tansanischen Partnerschaftsgemeinde. Foto: Christa Möller

Arbeitskreis Tanzania-Partnerschaft für Hilfe zur Selbsthilfe

Von Christa Möller
Farmsen/Berne. Das Land liegt sehr, sehr weit entfernt und ist einigen Menschen doch sehr nah: Birgit Hilmer-Günther und ihre Mitstreiter engagieren sich schon seit langem in der Kirchengemeinde Farmsen-Berne in einem Arbeitskreis für die Partnerschaft mit der tansanischen Meru-Diözese, die fünf Kirchenkreise umfasst. Einer davon ist der Western District mit sieben Gemeinden.
Den dort lebenden Jugendlichen möchten die Hamburger eine sichere Zukunft ermöglichen. Sie sorgten in Akeri für den Bau zweier Unterrichtsgebäude einer Berufsschule, eines Lehrerhauses sowie eines Gästehauses und für die Errichtung von Unterkünften für die jungen Tansanier, die nach dem Schulbesuch nicht wie bei uns eine praktische Lehre machen, sondern in eineinhalb oder zwei Jahren rein schulisch ausgebildet werden. „Dafür wird Schulgeld gefordert, was viele Familien schlichtweg nicht bezahlen können“, weiß Birgit Hilmer-Günther, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Mann Rüdiger Günther und mit Gerd Knorr leitet und den schwarzen Kontinent schon mehrmals bereits hat. Ich bin Afrika-Fan mit Leib und Seele, habe diesen Kontinent schon mehrfach besucht und finde es interessant, da mitzuwirken“, sagt sie.
Zweimal jährlich ein
Benefizkonzert
Viele Familien haben sechs, sieben Kinder, das älteste erbt die Landwirtschaft, alle anderen gehen leer aus und haben woanders kaum eine Chance auf eine Ausbildung. Im Berufsausbildungszentrum, dem „Akeri Vocational Training Centre“, werden Computer- und Elektroniklehrgänge ebenso angeboten wie eine Ausbildung in der Schneiderei oder im Bereich Tourismus. Umgangssprache ist Kisuaheli. Die Teilnehmer könnten zwar auch Englisch, das steht aber dennoch auf dem Stundenplan, „damit sie sich besser ausdrücken und kommunizieren können“, erklärt Birgit Hilmer-Günther.
„Danach versuchen wir, Kontakte zu Firmen zu bekommen, in denen die Schüler ein Praktikum machen können.“ Außerdem besteht die Möglichkeit, in der Secondary School den Realschulabschluss oder das Abitur nachzumachen. Von den jeweils etwa 95 Schülern leben knapp 60 in den Unterkünften auf dem Gelände. Hilfe zur Selbsthilfe sei gefragt. Etwa 100.000 Euro sind im Laufe der Jahre in das Projekt geflossen, an dem bislang ungefähr 1.500 Schüler teilgenommen haben.
Den Anstoß zur Gründung der Gruppe gab vor siebzehn Jahren ein Aufruf des Kirchenkreises Hamburg-Ost, dem einige Mitglieder der Kirchengemeinde gern folgten, unterstützt vom damaligen Pastor Helmuth Elliesen Kliefoth, der das Projekt noch immer begleitet und das Land gerade wieder bereist hat.
Besuch aus Tansania gab es schon fünf Mal, und bereits sechs Mal war eine Delegation der Kirchengemeinde Farmsen-Berne dort. Selbstverständlich fliegen die Mitglieder der Tansania-Partnerschaft, die rege um Unterstützung für ihr Projekt werben, auf eigene Kosten in das Land. Zweimal jährlich wird ein Benefizkonzert zugunsten der Partnerschaftsarbeit organisiert. Das nächste ist ein Gospelkonzert am 18. August um 17 Uhr in der Erlöserkirche. Weitere Gelder fließen dem Projekt aus Basarerlösen, Kollekten bei Konfirmationen und durch regelmäßige Privatspenden zu.
„Wir versuchen auch beim Kirchenkreis und dem Nordelbischen Missionswerk Gelder einzuwerben.“ Demnächst soll eine Solaranlage angeschafft werden, da es durch Spannungsschwankungen in der Stromversorgung schon zu Computerschäden gekommen ist. „Und wir wollen den Soft-Tourismus einführen, zum Beispiel könnten Ehrenamtliche Unterricht geben und Meru kennenlernen“, sagt die Afrika-Liebhaberin, die gerade versucht, dem dortigen Schulleiter Nanyaru Veareli ein Gaststudium im Bereich internationaler Tourismus an der Fachhochschule Westküste in Heide zu ermöglichen.
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