Stapelfelderin will doch nur spielen

Anzeige
Die beiden Mädchen testen das Ursprungsmodell des Puppenhauses Foto: Silvia Mathwig
 
Die Spielzeugdesignerin Silvia Mathwig Foto: Christa Möller

Silvia Mathwig entwirft Spielzeuge und hat dazu viele Talente

Von Christa Möller
Stapelfeld
Silvia Mathwig tüftelt gern. Schon mit fünf Jahren hat sie für ihre Eltern ein spezielles Geschenk angefertigt: einen Massageapparat in Form eines Pappkartons mit einer Papphand darin. „Das hat funktioniert, war aber nicht so effektiv“, sagt sie. Jetzt ist sie Spielzeugdesignerin und entwirft marktreife Produkte. Für eine Klassenkameradin stellte sie schon als Schülerin ein Kuscheltier her. Mit zwölf Jahren fertigte sie einen Prototypen aus Ton und daraus die Gussform für eine eigene Porzellanpuppe. Ihre liebsten Schulfächer waren Kunst und Physik, aber auch Sport und Englisch. Im Studienführer hatte die Diplom-Spielzeug- und Produktdesignerin ihr Studienfach entdeckt: „Es war letztendlich zufällig, dass mir der Beruf begegnet ist – ein Orchideenfach, das gibt’s nur in Halle an der Saale“, erzählt die gebürtige Berlinerin. Während der Schulzeit und im Studium machte sie mehrere Praktika, eines davon bei Ursula Wünsch in Berlin, die unter anderem Spielgeräte für Kindergärten in Handarbeit baute: „Sie hat hohe Ideale und es hinbekommen – unter anderem durch ihre Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung – das hat mich beeindruckt.“
„Kreativität wollte ich schon immer gern zum Beruf machen, Produkte machen, die man gebrauchen kann“, sagt sie heute noch sehr zufrieden mit ihrer Wahl. Als Diplomarbeit entwarf sie, schon zielgerichtet für ihren jetzigen Arbeitgeber, 2007 ein Puppenhaus mit Magnet-Scharnieren. „In diesem Jahr ist das marktreife Produkt herausgekommen“, freut sie sich über das Ergebnis: „Der Clou meiner Idee ist, dass die Kinder das Puppenhaus mitbauen, selbst aufbauen und umgestalten können.“ Weil die Gefahr bestand, dass die Magnete von Kindern verschluckt werden könnten, tüftelte sie weiter an ihrem Werk. Das Endprodukt hat nun Gummiband-Scharniere. Außerdem ist es größer geworden, damit mehr Möbel hineinpassen und hat noch Blumenkästen bekommen sowie ein Windrad und Solarzellen.
Im Laufe der Jahre hat sie verschiedenes Holzspielzeug entworfen: Babyspielzeug-Serien aus Holzperlen wie Kinderwagenketten oder Greiflinge, viele Fahrzeuge, Bau- und Stapelspiele und eine Kugelbahn für Kleinkinder. Des Weiteren gestaltete sie unter anderem Puzzle, Brettspiele, Eisenbahnen, Kinderküchen und Werkbänke. Die Produkte werden im firmeneigenen Labor einer Sicherheitsprüfung unterzogen – dann testen Kinder von Kollegen und Freunden die Sachen, wie die Spielzeugdesignerin, die viele Entwürfe dreidimensional am PC erstellt, aber auch schon mal in der Modellbauwerkstatt anzutreffen ist, erzählt.
Gerade hat ein von ihr entworfenes Holzspielzeug, ein Radlader, den „German Design Award“ gewonnen. Nun hat sie Kontakt zum KulturWerk Rahlstedt, in dessen Räumlichkeiten im Rahlstedt Center gerade eine Ausstellung mit ihren Produkten zu sehen war. Im kürzlich geschlossenen Kulturcafé Unikat hat sie Bastelkurse für Familien angeboten, es entstanden Papierfahrzeuge mit Luft-
ballonantrieb. In Zukunft könnte sie sich auch einen Kursus für Erwachsene vorstellen, würde gern zeigen, was Kinder alles aus Origami-Papier fertigen können.
Gerade hat sie mit einer Freundin ein Frauennetzwerk gegründet. „Ein reines Freizeit-Netzwerk, generationsübergreifend, solidarisch, weltanschaulich offen und kostenlos. Wir treffen uns jeden dritten Dienstag im Monat im Café Olé in der Schweriner Straße 23 in Rahlstedt.“

Die Netzwerkerinnen sind per E-Mail erreichbar: frauennetzhhr@gmail.com
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige