Start frei für Jenfelder Au

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Wo früher die Kasernengebäude standen, sind heute noch die Bagger am Werk. Doch schon in wenigen Jahren wird es auf der Jenfelder Au ganz anders aussehen und es werden hier wunderschöne Häuser und Grünanlagen stehen.Foto: zz
 

Munition ist beseitigt. Demnächst geht das Bauprojekt los

Von Jürgen Hartmann
Jenfeld. „Gut Ding will Weile haben“ – dieses bekannte Sprichwort passt für das Gelände der ehemaligen Lettow- Vorbeck-Kaserne, der „Jenfelder Au“ zwischen der Jenfelder Allee im Westen und der Charlottenburger Straße im Osten. Denn die Planungen für das ehemalige Bundeswehrgelände zogen sich über zehn Jahre hin. So gab es unter anderem Überlegungen, hier einen Freizeitpark zu bauen, wie es ihn in der Lüneburger Heide bei Soltau oder an der Ostseeküste zu bauen. 2009 drohte das Projekt sogar ganz zu scheitern, weil die Erschließungskosten für die geplanten Wohnungen und Häuser mit 55.000 Euro pro Wohnung derartig hoch waren, dass sie keiner hätte bezahlen können. Also wurde erneut geplant und überlegt. Mit dem Ergebnis, dass im April 2011 endlich ein Bebauungsplan in Kraft trat. Auf dem etwa 35 Hektar großen Gelände werden nun 770 Wohneinheiten gebaut. Entstehen werden sowohl Einfamilienhäuser, sogenannte Stadtvillen aber auch schöne Mehrfamilienhäuser.
Wandsbeks
größtes Bauprojekt
Ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem Gelände der Jenfelder Au hat der Eigentümer, die Finanzbehörde der Stadt Hamburg, einer Baugemeinschaft, bestehend aus dem Hamburger Lebenshilfe-Werk, der Hamburger Blindenstiftung und der Baugenossenschaft Wohnungsverein Hamburg von 1902 anhand gegeben. Unter einem Dach werden hier im nördlichen Bereich Wohnungstypen mit 50 bis 100 Quadratmetern Wohnfläche für Menschen mit und ohne Behinderungen und zwei betreute Wohngemeinschaften entstehen. Ein Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für Bewohner und Nachbarn rundet das Angebot ab. Neben den Wohngebäuden wird es ein attraktives Gewerbegebiet geben. Viel Wert wird auch auf ein „grünes Umfeld“ gelegt. Dabei wird der Kühnbachteich, der heute schon im westlichen Bereich vor den dortigen Bestandsgebäuden von der Struktur her erkennbar ist, eine wesentliche Rolle spielen.
Kostspiele
Kampfmittelräumung
Seit Januar 2010 wurden die alten Gebäude abgerissen und der Asphalt beseitigt. Leider mussten auch zahlreiche Bäume gefällt werden. Dies alles war notwendig, um eine gewissenhafte Kampfmittelräumung zu gewährleisten. Denn die Lettow-Vorbeck-Kaserne gehörte im ersten und zweiten Weltkrieg zum Hamburger Verteidigungsgürtel. Von hier aus wurde mit schweren Geschützen auf die feindlichen Flugzeuge geschossen. Aber auch die Alleierten feuerten unzählige Bomben und Granaten auf das Kasernengelände. Diese Reste, die sich noch im Boden befanden, mussten penibel und gewissenhaft entfernt werden, in dem quasi der ganze Boden mehrfach durchgesiebt wurde. „Mindestens 200.000 Kubikmeter“, schätzt Herbert Strauss vom zuständigen Planungsbüro. Die „Ausbeute“: 100 Brandbomben sowie Reizgas, sechs Panzerfäuste, 64 Handgranaten, zwölf Bajonette sowie 104 Kilogramm Munitionsschrott. Zwölf Mal musste gesprengt werden. „Die Arbeit war zwar sehr aufwändig, doch sie hat sich gelohnt. Das Gelände ist in wenigen Tagen absolut frei von Kampfmittelresten, so dass für die künftigen Bewohner hier keine Gefahr besteht“, sagte Herbert Stauss.
4,7 Millionen Euro wurden von der Hamburger Bürgerschaft für die Kampfmittelbeseitigung zur Verfügung gestellt, 40 Millionen Euro für die Vorbereitung und Erschließung des Geländes insgesamt. 31.000 Euro pro Wohneinheit kostet die Erschließung. Ein Grund für diese hohen Kosten ist ein zwar teures, aber besonders umweltfreundliches Entwässerungssystem, bei dem Regen- und Abwasser getrennt gesammelt und genutzt werden.
Blick über den
(Bau-) Zaun
Einen großen Vorteil für die Jenfelder hat das riesige Gebiet der ehemaligen Kaserne. Es gibt keine Bauzäune im herkömmlichen Sinne. Die alten vorhandenen Kasernenzäune reichen aus , um das Baugebiet abzugrenzen. Die Anwohner können also jeden Schritt durch den Zaun mitverfolgen und zusehen, wie die Jenfelder Au immer weiter an Gestalt gewinnt.
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