Steilshoop: Kritik am Marktumbau

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Schreyerring/Ecke Fehlinghöhe in der Karrikatur: mit Grabstein für 3,52 Millionen Euro Bild: Forum Steilshoop

Anwohner und Politiker fürchten Verschwendung von 3,5 Millionen Euro

Von Waltraut Haas
Steilshoop
Ab Montag (16. Januar) rücken die Motorsägen am Schreyerring an. Vor dem Start der Bauarbeiten für die „Markt- und Eventfläche Steilshoop“ werden zunächst 58 Bäume gefällt: davon 31 auf öffentlichen Flächen und 27 auf Privatgrund. Am nördlichen Schreyerring soll der künftige Markplatz entstehen.
Die Baumfällungen am östlichen und westlichen Schreyerring „dienen zur Regelung des ruhenden Verkehrs sowie zur Erweiterung der Gehwegflächen“, teilte das Bezirksamt Wandsbek am vergangenen Freitag mit. Bei der jetzt startenden Umsetzung würden 59 Bäume weniger gefällt als in den ursprünglichen Planungen vorgesehen.

Neuer Ärger droht


Wie berichtet, war das Konzept überplant worden, nachdem die Bürgerinitiative „Kahlschlag stoppen“ mit der Bezirksversammlung vor einem Jahr einen „Baum-Kompromiss“ erzielte. Doch jetzt droht neuer Ärger: Denn der aufgehübschte Platz könnte 2021 wieder großflächig aufgerissen werden. Planungen der Hochbahn sehen zwei mögliche Standorte für den U-Bahnhof Steilshoop vor: Gründgenstraße oder am Schreyerring. Eine Entscheidung soll Mitte des Jahres nach „ergebnisoffener Prüfung“ fallen.

Steuerverschwendung


Die Koordinierungskonferenz Steilshoop (KoKo) geht mit der Entscheidung des Bezirksamtes, dennoch jetzt Bauarbeiten für die neue Marktfläche zu starten, hart ins Gericht. „Das ist Steuerverschwendung. Der Bezirk ist wild entschlossen, sein
umstrittenes Marktplatzprojekt für 3,52 Millionen Euro umzusetzen“, empört sich KoKo-Sprecher Dr. Martin Kersting gegenüber dem Wochenblatt. Und das, bevor geklärt sei, ob nicht 2021 doch die Bagger anrücken, alles wieder aufreißen, um in einer offenen Grube den U-Bahnhof Steilshoop zu bauen. „Wir werden uns mit ganzer Kraft diesem Irrsinn entgegen stellen“, so Kersting weiter. Alraune-Geschäftsführerin Petra Lafferentz, ebenfalls KoKo-Mitglied, attestiert „Verhältnisse wie in Schilda“, deutet zugleich stirnrunzelnd auf das marode EKZ im Blickpunkt des geplanten künftigen Marktplatzes. Bürgerschaftsabgeordnete der FDP und der Linken hatten kürzlich in Anfragen an den Senat auf den Planungskonflikt hingewiesen. Die jüngsten Senatsantworten zu Jahresende verteidigten dennoch vehement das Bauprojekt. Wie jetzt auch das Bezirksamt: „Die Markt- und Eventfläche wurde für Steilshoop lange geplant, und sie wird jetzt nicht schon wieder aufgeschoben“, bestätigte Sprecherin Lena Voß auf Anfrage.

Weitere Infos: www.forum-steilshoop.de

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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 12.01.2017 | 10:27  
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