Steilshoop protestiert gegen Tierhaus-Abriss

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„Wir sind voll im Einsatz für Menschen und Tiere“, sagen Thomas Moderegger, Sandra Eriksson, Elke Jakobsen-Rivas und Hans-Jürgen Staeden (v. l.) Foto: Haas

Anwohner kämpfen am 18. November für den Erhalt mit einem Laternenumzug

Von Waltraut Haas
Steilshoop
Bereits 700 Nachbarn protestieren gegen den Abriss mit ihrer Unterschrift. Am Freitag, 18. November, wollen sie ihrer Forderung bei einem Laternenumzug für Groß und Klein Nachdruck verleihen: „Das Tierhaus muss bleiben.“ Zum Tierhaus am Fritz-Flinte-Ring 41 ließ der Hamburger Senat im April verlauten: „Der Abbruch des Gebäudes ist nach aktueller Planung für 2019 vorgesehen.“ Mit dem Neubau des „Campus Steilshoop“ sollen sämtliche disponiblen Schulflächen der Umgebung per „Rahmenplanung Nord“ neu genutzt werden: als Baugrund für Wohnungen etwa oder für die Neuanlage von Sportplätzen. „Es kann doch nicht angehen, einfach den Abbruch des Tierhauses zu beschließen“, empört sich Günter Wolff, einer der Initiatoren der Protest-Aktion. Seine Mitstreiterin: Anke Ehlers von der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek. Sie fordert die Berücksichtigung des Tierhauses in der Rahmenplanung Nord, um den Abriss zu verhindern. Schon als Zwölfjährige war sie im Tierhaus aktiv, damals war es der Gesamtschule angegliedert, seit fast zehn Jahren wird es vom gemeinnützigen Beschäftigungsträger Alraune betrieben und dient gleich mehreren sozialen Zwecken, erklärt Geschäftsführerin Petra Lafferentz. „Mit Unterstützung der Sozialbehörde schaffen wir hier niedrigschwellige Beschäftigung für Langzeitarbeitslose.“ Zudem biete es vernachlässigten oder ausgesetzten Haustieren eine artgerechte Unterbringung. Und nicht zuletzt ermögliche es Kindern einen intensiven Kontakt zu Tieren. In angeleiteten Tierpatenschaften lernen sie, Verantwortung zu übernehmen. Neben Familien kommen regelmäßig Gruppen aus Kitas und Schulen ins Tierhaus. Zwergziegen und Schafe beweiden das 2.500 Quadratmeter große Außengelände. In großzügigen Volieren fühlen sich Papageien, Sittiche und Finken sichtlich wohl, sie können auch nach draußen fliegen. Die Volieren sind das Werk von Thomas Moderegger und Hans-Jürgen Staeden. „Wir arbeiten hier im Allzweck-Einsatz, betreuen Menschen und Tiere“, betonen der gelernte Tierpfleger und der Maler, der sich, nach einer Farballergie arbeitsunfähig, beruflich neu orientieren muss. Gerade konstruieren die beiden Handwerker ein neues Ziegenhaus. Drei Vollzeitkräfte und neun Tagwerker sowie Ehrenamtliche halten das Haus am Laufen. „Sämtliche Jobs hier verlangen vollen Einsatz“, so Elke Jakobsen-Rivas vom Leitungsteam und deutet auf Kaninchen und Meerschweine. Die Tiere müssten auch am Wochenende zuverlässig versorgt, die Kinder angeleitet werden in artgerechter Tierhaltung. „Wir sind ja kein Streichelzoo.“

Der Umzug gegen die Schließung startet am 18. November, 18 Uhr, am Haus der Jugend
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1 Kommentar
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 10.11.2016 | 22:29  
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