Steilshooper fordern: Kulturzentrum statt Abriss

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Eingang der Schule am See: Umnutzung böte Chancen für den Stadtteil Foto: Haas

Ideen für Schule am See. Koko-Mitglieder setzen auf Mitwirkung der Bewohner

Von Waltraud Haas
Steilshoop
Die Gestaltung des Stadtteils sei eine wesentliche Angelegenheit seiner Bewohner. Doch Chancen zu echter Mitwirkung haben sie bei vergangenen Projekten in Steilshoop vermisst. Deswegen diskutieren Mitglieder der Koordinierungskonferenz Steilshoop (Koko) jetzt den „Rahmenplan Nord“. Der skizziert die künftige Gestaltung der Schulflächen, die ab 2020, nach Fertigstellung des Campus Steilshoop, neu genutzt werden sollen in Varianten: durch Wohnungsneubau, verbesserte Sportangebote und neue Freiflächen. „Wir Steilshooper wurden bei der Gestaltung des neuen Campus mit Quartierszentrum viel zu spät eingebunden und deshalb um gute Lösungen betrogen“, bemängelt Koko-Sprecher Dr. Martin Kersting. Auch das „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) habe nur eine begrenzte Mitsprache zugelassen. Bernd Dieter Schlange, Egmond Tenten, Klaus-Dieter Wachs und Roman-Raffaele Chirico nicken zustimmend beim Ortstermin am Borchert-ring vor der Schule am See. Die Schule soll nach Fertigstellung des neuen Campus ab 2020 abgerissen, der benachbarte Tennisplatz wie andere Sportflächen in die Nähe des Campus verlegt werden: So legt es der Rahmenplan Nord nahe.

Ort für die Bürger


Doch anstelle eines Abrisses der Schule diskutieren die Koko-Mitglieder deren Umnutzung: „Sie bietet die Chance, hier endlich Räume für Kunst und Kultur, für offene Ateliers und Vorträge einzurichten, was das Quartierszentrum ja nicht vorsieht“, sagt Klaus-Dieter Wachs. Auch Tenten sieht in der Nutzung der Schule am See eine Chance für Steilshoop: „Einen Ort für engagierte Bürger“, stellt er sich vor, Studenten-Apartments, ein Hostel, dazu Gartenprojekte und ein Repair-Café könnten angesiedelt werden in den Gebäuden. Auch die Turnhalle ließe sich weiter nutzen. Bernd Dieter Schlange ist ebenso für den Erhalt der Schule. Wohnungen direkt am Bramfelder See würden nur mehr Autoverkehr provozieren. Um den klein zu halten, bedürfe es dringend besserer Busverbindungen in den Ringen von Steilshoop.

Gewerbe ansiedeln


„Bislang diskutieren wir unsere Zukunftsvisionen mit echten Chancen für Steilshoop, die wir nicht verpassen wollen,“ sagt Roman-Raffaele Chirico. Das Viertel müsse sich aus einer „Schlafstadt“ wandeln in einen Ort, in dem künftig neben Wohnen auch Arbeiten möglich werde. Durch die Ansiedlung von Kleingewerbe und Läden würden schließlich Arbeitsplätze vor Ort entstehen, so die Koko-Mitglieder. Die „gut situierte Mittelschicht“ solle ihr Geld auch innerhalb ihres Quartiers ausgeben können. (wh)

Die Koko diskutiert öffentlich weiter: Montag, 12. September, 19 Uhr. Mensa der Produktionsschule, Fritz Flinte Ring 41a
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2 Kommentare
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 26.08.2016 | 10:10  
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 26.08.2016 | 10:14  
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