Stillstand in Farmsen?

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Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren von den Antworten enttäuscht. Es gab nicht einmal neue Versprechungen Fotos: Grell

Infrastruktur hinkt Wohnungsbau hinterher. Sportvereine ohne Perspektive

Farmsen In der Schule Surenland fand im Beisein von Bezirksabgeordneten verschiedener Fraktionen in der vergangenen Woche eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wandel in Farmsen“ statt. Mit großer Erwartung waren über 120 Bürger zu der Veranstaltung des Bürgervereins Farmsen-Berne gekommen und hofften „auf mehr als nur Versprechungen“.

Hans-Otto Schurwanz, der erste Vorsitzende des Vereins präsentierte zunächst alle Probleme, die zurzeit im Stadtteil für Ärger sorgen. Darunter der massive Wohnungsbau ohne eine Anpassung der Infrastruktur, die fehlenden Perspektiven für die Sportvereine und das Chaos rund um den Farmsener U-Bahnhof, für den Schurwanz gleich einen großen Busbahnhof vorschlug, weil die Kapazitäten völlig ausgereizt seien.
Gemeinsam mit den Schulen und den Sportvereinen wollte der Bürgerverein zudem deutlich machen, dass im Stadtteil ein erheblicher Mangel an Sporthallen und Sportplätzen besteht. Die Sportvereine hätten in vielen Sparten bereits seit längerem einen Aufnahmestopp erlassen, darunter auch der SC Condor, der seine Plätze schon überbelegt habe. Das Gymnasium Farmsen, dessen neuer Campus im Oktober eingeweiht werden soll, verfüge nicht einmal über einen eigenen Sportplatz. Die Schule Surenland habe zwar einen, der gleiche aber mehr einem Acker als einem Sportfeld, auf dem die Schüler kaum gute Sportstunden erhalten können.
In der Podiumsdiskussion haben sich die anwesenden Politiker nicht einmal auf neue Versprechungen eingelassen. „Das ist wieder eine Veranstaltung ohne Erfolg“, bedauerte ein Teilnehmer, der sich extra für diesen Abend frei genommen hatte. Die Verkehrswege und Sportflächen sollen in absehbarer Zeit nicht der wachsenden Einwohnerzahl angepasst werden und auch die gemeinsame Forderung nach einer Dreifeld-Sporthalle auf einer dafür vorhandenen und geeigneten Fläche fand nicht die vom Bürgerverein erwartete Unterstützung. „Die gut vorbereitete Veranstaltung war eine Enttäuschung, weil von den Politikern keine Lösungsansätze aufgezeigt wurden“, so eine weitere Besucherin der Veranstaltung.
In Farmsen-Berne sollen in den kommenden Jahren über eintausend neue Wohnungen durch Nachverdichtungen in den vorhandenen Wohngebieten entstehen und weitere Menschen im Stadtteil eine neue Heimat finden. Vor diesem Hintergrund sei es, laut Hans-Otto Schurwanz, nicht damit getan, für junge Familien bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ebenso wichtig sei es, die bestehende Infrastruktur so zu gestalten, dass die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil dann auch ein entsprechendes Angebot für ihre Freizeitgestaltung erhalten.
Die zusätzlichen Anwohner müssten die Bahn und Busse nutzen können und auch die Zufahrten zu den Wohngebieten würden zusätzlich belastet werden. Der Bürgerverein ist sich sicher, dass hier künftig bei den Planungen noch wesentlich nachgebessert werden muss. (kg)
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