Straßenname für Meidendorfer Wohnanlage gesucht

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Die Rahlstedter SPD-Politiker Ekkehard Wysocki (v.l.n.r.), Marlies Riebe, Jürgen Kanehl, Astrid Hennies und Ole Thorben Buschhüter vor dem künftigen Baugelände am Schierenberg Foto: rg
Hamburg: Schierenberg |

SPD favorisiert Irma-Keilhack-Ring. Die Politikerin war die erste, direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek



Von Rainer Glitz
Meiendorf
Büsche, Unkraut und einzelne Bäume bedecken das seit Jahrzehnten brach liegende Gelände am Schierenberg kurz vor der Einmündung Saseler Straße. Einst wurde es für die Erweiterung des Gewerbegebietes vorgehalten, dann war ein Altenheim im Gespräch, nun stehen die Pläne für den Wohnungsbau. Drei u-förmig angeordnete Blocks mit 153 Wohnungen sollen entstehen, inklusive einer Kita und Platz für Ärzte oder Läden. „Im Frühjahr kommenden Jahres geht es hier los, wir brauchen Wohnungen und die Anlage wird bestimmt schön“, ist sich die SPD-Bezirksabgeordnete Marlies Riebe sicher. Doch mit Erschließung und dem Bau einer Straße um den Wohnkomplex ergab sich für die Rahlstedter Politik eine Frage: Wie soll die Straße heißen?

Orientierung für Anwohner

Ursprünglich war daran gedacht, bei der Adresse Schierenberg zu bleiben und einfach neue Hausnummern zu vergeben. Doch bei 265 Metern Länge der neuen Straße empfahl das Staatsarchiv, doch lieber einen neuen Namen zu finden. „Das bietet für die Anwohner mehr Orientierung“, findet die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Astrid Hennies. Senat und Bezirk wollen verstärkt Frauennamen bei der Straßenbenennung berücksichtigen. Und die Wahl aus einer Liste des Staatsarchivs fiel dann nicht schwer: Irma-Keilhack-Ring soll der Abzweig vom Schierenberg heißen, so der Vorschlag der SPD für den Regionalausschuss (Sitzung Mittwoch, 14. Dezember, 18 Uhr, Dienstgebäude Rahlstedter Straße 157).

Politische Karriere

Irma Keilhack wurde 1908 in Hamburg geboren und war nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die erste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek. Sie war eine von nur 28 Frauen, deren Anteil bei 6,8 Prozent lag. Mit der Heimat im Herzen blieb sie bis 1962 in Bonn. Bis 1970 war sie Mitglied des Senats als Präses der Jugendbehörde und zeitweise auch der Behörde für Ernährung und Landwirtschaft. Keilhack saß bis 1974 in der Bürgerschaft. Im Anschluss leitete sie die Hamburger Verbraucherzentrale. Sie wohnte zunächst in Berne, später in Rahlstedt, wo sie 2001 starb. „Irma Keilhack hat bis in die späten 1980er-Jahre den Seniorenkreis in Rahlstedt geleitet. Ihr Sohn lebt noch immer im Stadtteil, er hält die Benennung für eine hervorragende Idee“, sagt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ekkehard Wysocki. Wenn Regionalausschuss und Bezirksversammlung dem Vorschlag zustimmen, könnte der Senat die Benennung bereits 2017 beschließen.
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