Streit mit „Denk-Mal“

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Das „Kriegerdenkmal“ von 1935 soll umgestaltet werden; das weiße Zusatzschild des „AK Denk-Mal“ wurde nach Beschmierung durch Unbekannte vom Bezirksamt entfernt Foto: tel

Politiker zeigen sich über Arbeitskreis verärgert und bremsen Anträge aus

Von Michael Hertel
Bramfeld
Das ging den meisten Mitgliedern des Regionalausschusses doch ein wenig zu schnell: Mitglieder des privaten Arbeitskreises (AK) „Denk-Mal“ um den Bramfelder Rentner Detlef Hartmann (68) erwarteten offensichtlich vom Regionalausschuss Steilshoop-Bramfeld-Farmsen-Berne grünes Licht für den seit langem geforderten Gestaltungswettbewerb am Bramfelder Kriegerdenkmal. Dazu wurden den Lokalpolitikern gleich drei Eingaben zur Abstimmung vorgelegt. Doch bis auf die Linke traten die Vertreter aller anderen Parteien erst mal auf die Bremse. Sie wollten sich nicht vor vollendete Tatsachen stellen lassen, sondern das Heft des Handelns selbst in der Hand behalten. Das Denkmal aus dem Jahre 1935 am kleinen Bramfelder See zeigt einen in Stein gehauenen, martialisch anmutenden deutschen Soldaten. Mit der Säuberung und Pflege des Denkmals hat der Regionalausschuss den Heimatverein beauftragt. Ausschussvorsitzender Dennis Paustian-Döscher (Grüne): „Hier handelt es sich um ein Denkmal im öffentlichen Raum. Über die Notwendigkeit der Umgestaltung herrscht Einigkeit. Aber das kann nicht auf privater Basis geschehen, denn es ist letztlich eine Angelegenheit des Bezirkes. Wir müssen schließlich auch den Kopf dafür hinhalten.“ Per Eingabe sollte der „Runde Tisch“ des „AK Denk-Mal“ autorisiert werden, den Wettbewerb aus- und ein Preisgericht zu berufen. Laut Eingabe würde der Wettbewerb noch vor Beginn der Sommerferien starten. Ab 1. September sollten dann Entwürfe eingereicht werden können. Marc Buttler (SPD): „Bei der Zusammensetzung der Jury haben die zuständigen Ausschüsse ein Wörtchen mitzureden.“ Schon rein zeitlich hielten die meisten Ausschussmitglieder diese Vorstellungen für illusorisch. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass der „AK Denk-Mal“ seine „Hausaufgaben“ nicht gemacht hatte. Philipp Hentschel (CDU): „Der Ausschuss hatte dem Arbeitskreis aufgegeben, sich mit dem Heimatverein, dem Bramfelder Bürgerverein und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge ins Benehmen zu setzen. Das ist offenbar nicht geschehen.“ Immer wieder fühlen sich offenbar Lokalpolitiker von der Hartmann-Gruppe an der Nase herumgeführt. So wurde beispielsweise vom Arbeitskreis im vergangenen Jahr - angeblich mit Zustimmung der zuständigen Behörden - eine weiße Zusatztafel mit Namen von Nazi-Opfern am Denkmal aufgestellt. „Ohne Genehmigung“, wie Paustian-Döscher gegenüber dem Wochenblatt erklärte. Diese Tafel ist inzwischen wieder verschwunden. Detlef Hartmann vermutete auf der Sitzung, Nazis hätten sie entfernt. Das Wochenblatt erfuhr aber, dass das Schild durch Unbekannte beschmiert und vom Bezirksamt zur Reinigung entfernt wurde.
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