Streit über Fahrradstraße zwischen Friedrichsberg und Farmsen

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Das Konzept sieht vor, Teile der Walddörfer Straße zur Fahrradstraße umzubauen Symbolfoto: thinkstock, Grafik: Silvia Kühn

CDU-Bürgerschaftsfraktion kritisiert Konzept. Gegenwind von Bezirkspolitikern

Von Rainer Glitz
Wandsbek/Farmsen-Berne
Die CDU stört sich an den Plänen für eine schnelle Radverbindung zwischen dem S-Bahnhof Friedrichsberg und der U-Bahnhaltestelle Farmsen. Konkret geht es um die Walddörferstraße. Die soll auf einem Teilstück zur Fahrradstraße umgebaut werden, mit Vollsperrungen und Zwangsabbiegungen für Autofahrer. Damit sei sie aber nicht mehr uneingeschränkt für Autos befahrbar und viele Parkplätze fielen weg. „Die betroffenen Gewerbetreibenden und Unternehmen haben einen Anspruch darauf, dass ihre Läden und Betriebe uneingeschränkt für den Wirtschaftsverkehr erreichbar bleiben“, erklärte dazu Ralf Niedmers, CDU-Bürgerschaftsabgeordneter aus Wandsbek. Sein Fraktionskollege Dennis Thiering sprach von einer Zwangsbeglückung: „Die Radverkehrspolitik von SPD und Grünen nimmt immer absurdere Züge an. Statt mit Augenmaß agiert Rot-Grün über die Köpfe der Anwohner und Gewerbetreibenden hinweg mit der ideologischen Brechstange“, so der Verkehrsexperte der CDU-Fraktion. Er plädiert für einen Ausbau des Wandsewanderweges als Veloroute.

ADFC für Konzept


Edwin Süselbeck vom ADFC Hamburg lehnt diesen Vorschlag ab: „Die Wandseroute kann nur mit großem Aufwand und Einbußen für Stadtgrün und Fußgänger fahrradtauglich ausgebaut werden.“ Und selbst dann bürde sie dem Radverkehr Umwege auf und gerade nachts fehle die soziale Kontrolle. Der ADFC unterstütze den Umbau. „Die Walddörferstraße ist eine attraktive Verbindung für den Radverkehr aus Stadtteilen wie Berne, Farmsen, Dulsberg oder Eilbek bis hinein in die Innenstadt“, so Süselbeck. Auch die Anlieger würden von einem Umbau profitieren. Die rot-grüne Bezirkskoalition verweist darauf, dass es sich bislang nur um Vorschläge von Gutachtern handelt, konkrete Festlegungen gebe es noch gar nicht. „Es ist schade, dass das Thema bereits in diesem frühen Stadium genutzt wird, um Ängste zu schüren und das Thema Radverkehr zu beschädigen“, sagte Lars Kocherscheid-Dahm von der SPD. „Wir werden bei den weiteren Planungsschritten darauf achten, dass sowohl die Interessen der Gewerbetreibenden gewahrt als auch das Busangebot erhalten bleiben“, ergänzte
Joachim Nack von den Grünen. Mit ihrer Kritik fielen die beiden CDU-Bürgerschaftsabgeordneten ihren Bezirkskollegen in den Rücken. Unterstützung kommt auch von Hamburgs Fahrrad-Koordinatorin. Das Wandsbeker Konzept zeichne sich durch eine fundierte Datengrundlage aus, Unfallanalysen und Anregungen der Bevölkerung seien eingeflossen. „Jetzt wird es darum gehen, tragfähige Lösungen zu erarbeiten“, so Kirsten Pfaue. Das Konzept enthalte erste Vorschläge, am Ende entscheide der Bezirk.
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6 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 25.01.2016 | 16:57  
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kai dirksen aus Eppendorf | 28.01.2016 | 02:58  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 28.01.2016 | 14:29  
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Claus Brüchmann aus Wandsbek | 31.01.2016 | 18:12  
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kai dirksen aus Eppendorf | 02.02.2016 | 01:35  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 04.02.2016 | 14:13  
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