Streit um Haltestelle

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Die Betroffenen: Peter Damian (l.)und Klaus Sturz vor dem entfernten Knick Foto: tel

Knick weicht Bauarbeiten. Anwohner fürchten Lärm und Abgase

Von Michael Hertel
Farmsen-Berne
„Schauen Sie sich das mal an“, lädt Peter Damian (73) zur Baustellenbesichtigung August-Krogmann-Straße, Höhe Stuhtsweg. Vor kleinen Einfamilienhäusern entsteht eine neue, besser gesagt: verlängerte Bushaltestelle. Das Ganze mit sichtbarem Aufwand auf beiden Straßenseiten inklusive Bauampel für den Verkehr. Die August-Krogmann-Straße ist eine Hauptverkehrsader zwischen Bramfeld, Wellingsbüttel, Berne und Farmsen. Zum Glück gibt es einen breiten und erhöhten Knick zwischen Fahrbahn und Häusern. „Der Knick hält viel Lärm und Abgase von uns fern“, sagt Damian. Nur vor seinem Haus nicht mehr. Wie ein Tortenstück ist der Knick herausgeschnitten, denn dort wird ja die Haltestelle der Metrobuslinie 27 verlängert, damit neben „normalen“ Bussen (zwölf Meter lang) künftig auch Gelenkbusse (19 Meter) problemlos halten können. Wo bisher lärmminderndes Grün wuchs, breitet sich jetzt eine ausgedehnte, mit Platten belegte Fäche aus. „Ich dachte erst, hier wird ein Bahnhof gebaut. Das ist doch viel zu groß, bei den paar Leuten, die hier einsteigen“, meint auch Nachbar Klaus Sturz (75). Die Anlieger sind der Meinung, dass es auch eine Nummer kleiner getan hätte. „Um einen Baum wurde drum herum gepflastert. Eigentlich hätte man auch den Knick wenigstens in halber Breite stehen lassen können“, meint Sturz. Ein Informationsblatt des bauausführenden Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) flatterte den Anliegern ins Haus, „nachdem die Arbeiten bereits begonnen hatten“, ärgern sich die Rentner. Und sie haben versucht, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen: „Die Bauarbeiter vor Ort zeigten Verständnis, aber mit den Herren vom LSBG kamen wir nicht klar. Mein Eindruck ist: Die bauen hier nach Einheitsplan und sind nicht zum kleinsten Kompromiss bereit“, erklärt Damian. Das verärgert. Zusätzlichen Ärger könnte die geplante Abschrägung der Anliegerstraße verursachen. Demnach soll die unmittelbar vor den Häusern liegende Fläche derart erhöht werden, dass Regenwasser von der Haltestelle ablaufen kann und sich dann, so fürchten die Betroffenen, über ihre Grundstücke verteilt. Das wird nicht passieren, versichert die Verkehrsbehörde: Vor den Grundstücken wird eine Rinne eingebaut, die das Regenwasser aufnimmt. Außerdem, so Behördensprecherin Susanne Meinecke, werden die neuen Haltestellen barrierefrei (und damit auch höher) gebaut. Die Fahrgäste sollen die Haltestelle möglichst ohne Umwege verlassen können. Die Vergrößerung des Bereichs sowie die Fällung von zwei Bäumen hält die Behörde für vertretbar und versichert: „Selbstverständlich werden wir im näheren Umfeld Ersatzpflanzungen vornehmen.“
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