Streit um Überschwemmungsgebiete

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Das Wasser der Berner Au kommt den Häusern an der kleinen Wiese bei Regen gefährlich nahe Foto: tel
Hamburg: Berner Au |

Wertminderung gegen Sicherheit: Stadt Hamburg hat jetzt zehn ÜSG ausgerufen. Anwohner in Sasel und Berne protestieren

Wandsbek Fast zwei Jahre lang war es still um das Aufregerthema „Überschwemmungsgebiete“, kurz: ÜSG genannt. Jetzt aber tritt die Festlegung in ihre entscheidende Phase. In der Hansestadt sind zehn ÜSG vorläufig gesichert worden. Zwei davon, Osterbek und Berner Au, liegen im Bezirk Wandsbek. Betroffene hatten zuletzt fünf Wochen lang Gelegenheit, die Pläne einzusehen und Eingaben zu machen. Im Vergleich zur ersten Runde der öffentlichen Beteiligung von 2014, als allein zum ÜSG Berner Au mehr als 400 Bürger Stellung genommen hatten, sollen sich die Eingaben jetzt auf eine „zweistellige Zahl“ beschränkt haben, hieß es aus der Umweltbehörde (BUE). 

Wertminderung der betroffenen Häuser

Die Ausweisung von ÜSG sollen nach einer EU-Initiative den dort lebenden Menschen einen besseren Schutz vor Hochwasser bieten. Faktisch bedeutet sie für die betroffenen Immobilienbesitzer jedoch erhebliche Einschränkungen in Sachen Bau, Um- und Anbau von Gebäuden oder die Gartengestaltung und führt letztlich zu einer Wertminderung.

Betroffene gründen Initiative gegen ÜSG

So haben sich in Sasel und Berne Betroffene zur Initiative „Kein Überschwemmungsgebiet Berner Au“ zusammengeschlossen. Dort sind 77 Häuser betroffen.Thomas Müller (54), einer der Sprecher, hält die ÜSG-Idee für grundsätzlich falsch: „Statt die Regenentwässerung den heutigen Anforderungen anzupassen, wird dem Bürger, der ein Haus oder Grundstück in gutem Glauben erworben hat, der Schwarze Peter zugeschoben.“ Nach dem Fahrplan der Umweltbehörde werden die ÜSG noch diesen Herbst per Verordnungen festgesetzt. Weitere Informationsveranstaltungen seien vorher nicht geplant, so die Behörde. (tel)

Weitere Infos: Initiative „Kein Überschwemmungsgebiet Berner Au“
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