Strom-Tanken - leider spannend

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Ein Ladepunkt an der Wandsbeker Königstraße. Hier ist ausnahmsweise genügend Platz, oft ist die Ladefstation für E-Mobile allerdings blockiertFoto: nk

E-Mobil-Plätze sind oft zugeparkt. Doch die Polizei kann nicht eingreifen

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek. Ärger um die Parkplätze an den Zapfsäulen der Elektroautos: Oft werden sie durch Fremdparker zugeparkt oder blockiert, so dass ein Ladevorgang nicht möglich ist. Das Ausweichen auf einen anderen Ladeplatz ist schwierig, denn der ist nicht gleich um die nächste Ecke. Wenn dann nicht mehr genügend Strom vorhanden ist, bleiben die Autos einfach liegen; müssen im Notfall abgeschleppt werden. Auch in Wandsbek ist das ein Problem.
Mehr als 1000 Elektroautos düsen über Hamburgs Straßen. Bis zu einer Entfernung von maximal 140 Kilometern reicht dabei eine Stromtankfüllung. Doch wenn die Tanknadel gen Null geht, heißt es ran an die nächste Ladestation. Da diese Fahrzeuge mit Strom statt Benzin oder Diesel „betankt“ werden, sind sie gezwungen, an einer nächstgelegenen Ladestation im Stadtgebiet Halt zu machen. Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin Vattenfall: „Insgesamt gibt es 146 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Hamburg. Dazu kommt eine Reihe nicht-öffentlicher Ladestationen beispielsweise auf Betriebsgeländen.“ Allein im Bezirk Wandsbek gibt es sieben Standorte mit insgesamt 13 Ladeplätzen. Doch was nützt das, wenn diese durch Fremdparker blockiert sind?
„Probleme mit zugeparkten Ladestationen gibt es leider - entweder durch Fremdparker oder durch Elektrofahrzeuge, die deutlich länger einen Parkplatz blockieren, als für den Ladevorgang erforderlich wäre“, so die Sprecherin weiter. Das Abschleppen von Fremdparkern ist nicht einfach: Obwohl ein Schild den Ladepunkt eindeutig ausweist; wird dies gerne von anderen Fahrzeughaltern ignoriert. Schließlich wird das Parken auf diesen Plätzen ja meist nicht bestraft. Das liegt zum einen daran, dass die Polizei hier nicht eingreifen kann. Die Ladestationen unterliegen der Sondernutzung nach Paragraph 19 des Hamburgischen Wegegesetzes und für die Durchsetzung dieser privaten Rechte ist die Polizei nicht zuständig. Das ist eine zivilrechtliche Angelegenheit: Die Polizei würde hier weder eine Verwarnung aussprechen noch abschleppen. Der Schaden, der durch die „missbräuchliche“ Benutzung der Sondernutzungsfläche entstehen könnte, müsste von dem E-Mobil-Nutzer über den Inhaber der Sondernutzungsgenehmigung zivilrechtlich eingeklagt werden. Eine Maßnahme, die mit erheblichem Aufwand verbunden ist.
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