Syrische Eltern lassen Kind christlich taufen

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Diakon Manfred Ehm, Claudia Folkers  – rechts die Eltern Danny uns Laila J. sowie Peter und Hannah Kronenberg von „Meiendorf hilft“, sie betreuen die Familie Foto: Meyer

Familie findet neue Heimat in Meiendorf und in der Rogate-Kirche

Von Reinhard Meyer
Meiendorf
„Ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, so Pastorin Schack bei der Taufe der fast einjährigen Miral aus Syrien in der Rogate-Kirche. Die kleine Miral aber schien mit diesem Drumherum nicht ganz einverstanden zu sein – ihr Knöttern konnte nur als Protest gegen die ungefragten Segnungen der Taufe verstanden werden und ließ Eltern und die Gemeinde schmunzeln. Die erste Begegnung mit ihren Paten Manfred Ehm und Claudia Folkers – und dem Schlüsselbund – fand sie offensichtlich wesentlich interessanter. „Wir sind aramäische Christen – aber die Taufe unserer Tochter Miral hier in dieser Kirche ist unser größtes Glück in Deutschland“, so Vater Danny J. Danny J. war im August 2015 aus seiner umkämpften syrischen, orientalisch-christlich geprägten Heimatstadt aufgebrochen – mit dem Ziel Deutschland. Die Ägäis überquerte er mit Schleuserhilfe aus der Türkei. Griechenland und Mazedonien durchquerte er zu Fuß oder im Bus. In Ungarn wurde er eine Woche lang in einem Keller eingesperrt. Nach seiner Ankunft in Deutschland wurde Danny J. nach Hamburg in die Unterkunft Barkkoppelstieg eingewiesen. Dort will er mit mehreren christlichen Glaubensbrüdern Schikanierungen durch Moslems erlebt haben. Diakon Manfred Ehm beschaffte ihnen Wohnungen außerhalb dieser Unterkunft. Nach der Asylgewährung des Vaters im Januar dieses Jahres machte sich Miriam J. mit Tochter Miral über Beirut auf den Weg nach Hamburg – die Familie steht unter dem Schutz des Grundgesetzes. In Hamburg musste Miral sofort im UKE am Herzen operiert werden – anschließend konnten die überglücklichen Eltern ihr Kind gesund in den Arm nehmen. Danny J. will nach Abschluss des Integrationskurses seine in Syrien begonnene IT-Ausbildung fortsetzen und als Fachmann arbeiten. Miriam J., Landschaftsgärtnerin, wünscht sich eine Tätigkeit in ihrem Beruf. Für Danny J., eigentlich ausgebildeter Politiklehrer, ist Deutschland die Zukunft für ihn und seine Familie. Den Krieg in Syrien beurteilt er als einen unabsehbaren Stellvertreterkrieg des schiitischen Iran und des sunnitischen Saudi-Arabien. „Hamburg und besonders Meiendorf sind jetzt meine Heimat, und Rogate ist meine Familie – hier wollen wir bleiben“, so Danny J.
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