Tafel in Berne sucht dringend Räume

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Sofia (v.l.), Nicole, Anna und Galina helfen kräftig beim Aufbau und Verteilen der Lebensmittel. Sie machen ehrenamtlich bei der Tafel mit, Inéz Meißner (r.) hat die Leitung übernommen Foto: Grell

Der Bedarf an Lebensmitteln steigt in allen 20 Ausgabestellen in Hamburg

Von Karen Grell
Berne
Die Hamburger Tafel unter der Trägerschaft des Alsterdorfer Gabentisches e.V. bietet seit einem Jahr eine Ausgabestelle für Lebensmittel im Birckholtzweg in Berne. Sie hat die Lücke geschlossen, die mit der Schließung der ehemaligen Ausgabestelle im Treff Berne entstanden war. Viele Kunden sind froh über die Unterstützung, die sie bei der Tafel erfahren. „Der Bedarf an Hilfen für den Lebensunterhalt durch die Tafel steigt“, sagt Inéz Meißner, die Leiterin am Standort Berne, denn „immer mehr Menschen kommen nicht mit den finanziellen Mitteln aus, die ihnen monatlich zur Verfügung stehen“. Einer von ihnen ist Tobias, der selber erleben musste, wie schnell der geregelte Alltag aus den Fugen geraten kann. Aufgrund einer Krankschreibung musste er seine Ausbildung zum Bürokaufmann unterbrechen und freut sich jetzt über die Unterstützung der Tafel, die ihm in dieser harten Zeit über die Runden hilft. „Das Geld ist immer knapp“, so Tobias, der ganz in der Nähe der Ausgabestelle wohnt. Auch seinen Freunden hat er von seiner aktuellen Lage berichtet und „alle haben mich dazu motiviert, mir bei der Tafel mit Lebensmitteln helfen zu lassen“.

Bedürftige aus allen Altersgruppen


In einigen der 20 Ausgabestellen in Hamburg werden mehr als 600 Menschen pro Öffnungstag versorgt, weiß Wolfgang Elsmer von der Hamburger Tafel. „Die meisten Ausgabestellen haben jetzt allerdings Aufnahmestopp“. An Hartz IV-Empfänger und Geringverdienende richtet sich die Hilfe. Für einen Euro pro Einkauf können sie sich mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgen. „Die Gruppe der Anwohner, die hier im Birckholtzweg zu uns kommt, ist ganz gemischt“, berichtet Inéz Meißner. Es gäbe Senioren mit zu kleinen Renten, Alleinerziehende mit mehreren Kindern und junge Hartz IV Empfänger. Insgesamt sind es 50 Personen, die in Berne jetzt registriert sind und mehr könne man aufgrund der fehlenden Räumlichkeiten auch nicht in die Liste aufnehmen.
Aktuell ist die Ausgabestelle in einem der Räume des Nachbarschaftstreffs „fabelhaft“ untergebracht. „Mehr Platz wäre schön“, so Meißner. „Wir sind auf der Suche nach passenden Räumen ab 40 Quadratmeter, nur können wir keine hohen Mieten zahlen“, so Inéz Meißner, die in der derzeitigen Situation nur eine Übergangslösung sieht.

Froh über Lieferungen


Ausgabe der Lebensmittel und Hygieneartikel ist immer donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr. Bei Anlieferung müssen die ehrenamtlichen Helfer dann einschätzen können, wie viel sie jedem Kunden geben dürfen. „Dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gespür“, erklären Sofia, Anna, Nicole und Galina übereinstimmend. „Alle hier helfen gern mit und sind froh, wenn genug angeliefert wird.

Tafel-Ausgabestelle Farmsen-Berne, im Nachbarschaftstreff „fabelhaft“, Birckholtzweg 18, donnerstags 14 bis 15.30 Uhr. Weitere Infos: Hamburger Tafel
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