Teilhabe auch online

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Stephan Peter (55) an seinem Arbeitsplatz in der Schule Bekkamp – Förderschule Geistige Entwickung Foto: sin

Neuer Bekkamp-Schulleiter für Tablets im Unterricht

Von Silke Nadler
Jenfeld
Die Schule Bekkamp hat seit ein paar Wochen einen neuen Schulleiter. Stephan Peter (55) trat die Nachfolger von Dr. Wolfgang Mahns, der im vergangenen Sommer in den Ruhestand ging. Seither war die Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Jenfeld kommissarisch von der Stellvertreterin Britta Faak geführt worden. Im Interview mit dem Wochenblatt äußert sich Stephan Peter unter anderem zu seinem Werdegang und seinen Zielen.

Wochenblatt: Herr Peter, wie sah Ihr bisheriger Werdegang aus?
Stephan Peter: Ich bin für das Studium der Sonderpädagogik und Musiktherapie vor etwa 35 Jahren nach Hamburg gekommen. Danach habe ich als Musiktherapeut gearbeitet. Nach einiger Zeit reifte in mir der Entschluss, als Lehrer arbeiten zu wollen. Daher absolvierte ich in Schleswig-Holstein das Referendariat und wurde Lehrer an einem Förderzentrum Geistige Entwicklung. Nach vielen Jahren Lehrersein zog es mich in die Lehrerausbildung für Sonderpädagogik, in der ich jetzt bis zuletzt gearbeitet habe.

WB: Warum kam jetzt die Veränderung?
Peter: Ich hatte den Wunsch, mich weiter zu entwickeln, hatte Lust, etwas zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem wohne ich in Hamburg und wollte gerne auch in Hamburg arbeiten – und nicht mehr wie bisher täglich in Schleswig-Holstein unterwegs sein.

WB: Was haben Sie für einen ersten Eindruck von „Ihrer“ neuen Schule?
Peter: Ich bin sehr warmherzig empfangen worden, das war toll. Ich erlebe Offenheit, Neugier und unverstellte Freundlichkeit: Kollegen und auch Schüler grüßen mich sehr freundlich, meist mit meinem Namen. Ansonsten ist die Schule sehr gut bestellt, gut strukturiert und ausgestattet. Die Hamburger Schulstrukturen unterscheiden doch an zum Teil überraschenden Stellen von den Schleswig-Holsteinischen. Ich bin ehrlich gesagt beeindruckt von der Mannigfaltigkeit der Themen und Aufgaben, die auf einen Schulleiter warten. Jetzt möchte und muss ich die Schule, das Kollegium und die Schüler zügig kennen lernen.

WB: Was haben Sie in Ihrem neuen Job für Ziele?
Peter: Grundsätzlich lege ich viel Wert auf Transparenz und die Beteiligung von Kollegen, Eltern und Schülern. Lernen ist ein aktiver Prozess. Dabei gilt es, die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler herauszufinden und umzusetzen. Wir wollen unsere Schüler ermächtigen, ihr Leben selbst zu gestalten. Hilfe zur Selbsthilfe. Neben Schreiben, Lesen und Rechnen heißt das unter anderem auch Kochen lernen, Fahrrad reparieren oder einkaufen gehen können. Zu unserer heutigen Welt gehören aber zunehmend auch die elektronischen Medien. Diese Entwicklung können wir nicht aufhalten. Vielmehr sollten wir Sorge dafür tragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler den Anschluss nicht verpassen. Mit Hilfe von Tablets, PCs und Internet hoffe ich mittelfristig, unsere Schüler auch in diesem Bereich mehr Eigenständigkeit entwickeln zu lassen. Eigeninitiativ lernen und arbeiten zu können, wird immer wichtiger. Wenn das Ziel unserer Schulausbildung am Bekkamp die Teilhabe an der Gesellschaft ist, darf das Internet langfristig nicht außen vor bleiben.

WB: Wie sieht der Privatmann Stephan Peter aus?
Peter: Ich wohne mit meiner Lebensgefährtin und ihrer Tochter zusammen im Hamburger Schanzenviertel. Meine eigene Tochter (21) ist vor zwei Jahren ausgezogen und studiert. In meiner Freizeit mag ich Klavier spielen, Musik hören – und wandern. Letztes Jahr war ich beispielsweise zehn Tage lang in Italien wandern, von Florenz über Siena nach Volterra, insgesamt etwa 150 Kilometer. Das war eine sehr spannende Erfahrung. Aber wir haben auch die norddeutschen Wanderwege kennen- und schätzen gelernt. Zwar haben wir stets Landkarten im Rucksack, aber ich wandere immer mit Navigationsgerät. Meine Lebensgefährtin arbeitet übrigens als Ausstellungsmanagerin; die Kunst spielt daher in meinem Leben auch eine wichtige Rolle. Außerdem koche ich sehr gern. Am liebsten esse ich aber immer noch Bratkartoffeln – und ich bin ein großer Fan von Desserts aller Art.
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