Tibetisches Zentrum in Berne: Von Buddha lernen

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Im Tempel ist ein Platz für den Dalai Lama, den Schirmherrn des Zentrums, reserviert, der bislang einmal im Jahr 1991 zu Gast war Foto: Christa Möller
 
Anna Kleinow engagiert sich ehrenamtlich im Tibetischen Zentrum Foto: Möller

Studiengänge und offene Veranstaltungen

Von Christa Möller
Berne
Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind vor dem Tibetischen Zentrum an der Hermann-Balk-Straße. „Sie sollen die Friedensgedanken in alle Richtungen tragen“, erklärt Oliver Petersen, Mitglied des Dharma-Rates des Zentrums. Die Tibeter verschönern die Natur mit spirituellen Gegenständen, wie der Magister der Tibetologie, Religionswissenschaft und Philosophie erläutert. So findet sich im Garten des Zentrums beispielsweise eine Stupa als Symbol für den Geist des Buddha, die der Gläubige Gebete oder Mantras sprechend umrundet. „Ich bin getauft, hatte aber kein religiöses Elternhaus“, erzählt Petersen. Als Jugendlicher stellte er sich Fragen nach dem Sinn des Lebens, las Hermann Hesse, Erich Fromm und fand den Buddhismus. „Es hat mir gefallen, die konzentrierte Atmosphäre, die Ausstrahlung der Lehrer. Die Meditation hat mich interessiert als systemische Anleitung, wie man mit sich umgeht.“ So wurde er zunächst Laienbuddhist. Heute ist er hauptberuflich Lehrer im Tibetischen Zentrum und außerdem sehr engagiert im Interreligiösen Forum Hamburg und Mitglied des Beirats der Akademie der Weltreligionen. Oliver Petersen hat eine gestalttherapeutische Ausbildung und ist für das Tibetische Zentrum seit vielen Jahren im Interreligiösen Dialog und als Referent in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv. Der Verein Tibetisches Zentrum besteht seit 39 Jahren, zunächst in Blankenese und später in Bergedorf und seit 1983 an der Hermann-Balk-Straße, wo über 30 Mitarbeiter überwiegend in Teilzeit tätig sind. Im Garten des Zentrums findet sich ein Pendant zu den „Bremer Stadtmusikanten“: Der Elefant, der Affe, Hase und Vogel auf seinen Schultern trägt. „Der Elefant steht für den Buddha in seinem früheren Leben, wo er immer wieder Verantwortung für andere übernommen hat“, sagt Oliver Petersen.

Dienstags-Meditation


Eine Möglichkeit, dem Buddhismus ohne Anmeldung näherzukommen, bietet die Dienstags-Meditation um 19 Uhr (außer an Feiertagen und in der Sommerpause) mit Geshe Pema Samten und westlichen Lehrenden des Zentrums, das zuvor um 18.30 Uhr bei einem Rundgang besichtigt werden kann. Die Teilnahme ist kostenlos, um Spenden wird gebeten. Im Museum für Völkerkunde referiert Geshe Pema Samten am Donnerstag, 19. Mai, um 19 Uhr über das Thema „Ein ruhiger Geist in stürmischen Zeiten“ - ohne Anmeldung. Das Tibetische Zentrum ist unter anderem an der Langen Nacht der Weltreligionen und am Kirchentag beteiligt. Am 21. und 22. Mai feiern die Buddhisten in Hamburg in den Wallanlagen mit dem Vesakh-Fest Geburt, Erleuchtung und Verscheiden des Buddhas. Der Verein Tibetisches Zentrum finanziert sich hauptsächlich durch Studiengebühren. Im Tempel findet im Wesentlichen der Unterricht statt, so Petersen. Bis zu acht Jahren könne das Systematische Studium des Buddhismus dauern, das tibetische und weltliche Lehrer sonnabends nachmittags oder als Fernstudium vermitteln. Seit der Gründung haben über 1.000 Studenten den Studiengang durchlaufen. Demnächst will auch Anna Kleinow aus Winterhude hier studieren. Drei Jahre dauert das Grundstudium, ein neuer Lehrgang startet im Herbst. Die 31-Jährige, Mutter einer dreijährigen Tochter, ist eher antireligiös aufgewachsen, wie sie sagt. „Ich habe mich schon früher für den Buddhismus interessiert, das erste Buch gekauft, nicht verstanden, wieder weggelegt und jetzt weiß ich, wo ich hin will.“ Ihr gefalle der Gedanke, sich die Welt, in der man lebe, quasi selbst in sich zu erschaffen. „Das man selbst dafür verantwortlich ist, hat etwas Aktives, man ist nicht so hilflos“, sagt die Studentin des Masterstudienganges Religion, Dialog und Bildung. Seit etwa einem Jahr nimmt sie an Kursen und Meditation im Tibetischen Zentrum teil und ist eine von über 100 ehrenamtlich Aktiven. Sie übernimmt die Anmeldung für Veranstaltungen. Das Tibetische Zentrum bietet regelmäßig Kurse an, die auch Nicht-Mitgliedern offenstehen.

Weitere Infos: www.tibet.de
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