Tonnograph im Treff

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Hans-Dieter Braatz ist begeisterter Fotograf. Hier zeigt er im Treff Großlohe seine Fotos und die seiner Mitstreiter: Die „Tonnographien“, die ihm und den Fotokollegen von der Hamburger Stadtreinigung beim „Trashcam Project“ einen „Silbernen Löwen“ ein brachten.

Fotobegeisterter Müllwagenfahrer verbindet Beruf und Hobby

Von Hubert Bätz
Großlohe. Hans -Dieter Braatz (59) aus Großlohe ist leidenschaftlicher Fotograf und hauptberuflich Müllwagenfahrer. Beides , Beruf und Hobby, machte ihn und zehn weiteren Kollegen, die bei der Hamburger Stadttreinigung (SRH) arbeiten, und seine fotografische Leidenschaft teilen, kürzlich weltweit bekannt. Die „Tonnografen“ der SRH gewannen nämlich für ihre ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos, die sie mit Hilfe von Mülltonnen aufgenommen haben, einen „Silbernen Löwen“ im französischen Cannes. Damit setzten sie sich in der Kategorie PR des Cannes Lions International Advertising Festival, der weltweit bedeutendsten Preisverleihung der PR- und Werbebranche, gegen 1.130 Einreichungen aus 61 Ländern durch. Das „Trashcam Project“ (deutsch: Müllkamera-Projekt) hatte sich die Berliner Agentur Scholz & Friends gemeinsam mit der Stadtreinigung Hamburg ausgedacht. Braatz war dort als Hobbyfotograf bekannt, schnell fanden sich weitere Mitstreiter, darunter auch eine Frau.
Trashcam-Project
Die Idee war , mit einer überdimensionalen Lochkamera, einer Art Camera Obscura Hamburger Motive in Schwarz-Weiß zu fotografieren. Braatz: „Es ist die älteste und einfachste Kamerakonstruktion der Welt, Um eine Mülltonne in einen Fotoapparat zu verwandeln, muss man nur ein winziges Loch vorne rein bohren und einen großen Bogen Fotopapier hinten anbringen. Fertig ist die riesige, rollende Lochkamera.“ Dieses einfache Prinzip überzeugte offenbar auch die internationale Jury in Cannes. Braatz fotografiert schon seit seiner Kindheit, berichtet er, während er im Treff Großlohe eigene Fotos und die von Freunden und Bekannten zeigt. Braatz: „begonnen habe ich in Wandsbek, wo ich aufwuchs, als Vierzehnjähriger mit einer gebrauchten Voigtländer, die ich mir kaufte. Das waren Schwarz-Weiß-Bilder, die ich auch selbst entwickelt habe. Später kamen dann andere Kameratypen wie die Canon. Ich habe mir alles selbst beigebracht.“ Fotografische Tricks schaute Braatz sich bei Profis ab oder er besuchte Kurse.
Fotowerkstatt in Großlohe
Und das so erfolgreich, dass er jetzt sein Wissen in einer Fotogruppe im Treff Großlohe weitergibt. Zehn bis 15 Amateure erfreuen sich mit ihm an diesem Hobby in der Fotowerkstatt Großlohe, die vor drei Jahren durch Braatz und Björn Ruhkiek von Proquartier, einer Stadtentwicklungsgesellschaft, die für die SAGA arbeitet, gegründet wurde. Das erste Thema einer Ausstellung war denn auch „Großlohe früher und heute“.
Die „Müllcontainer-Fotos“ sind unter www.abendblatt.de/muellabfuhr oder unter www.stadtreinigung-hh.de zu bewundern.
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