Touchscreen statt Collegeblock

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Schulsenator Ties Rabe stellte das Laptop-WLAN-Pilotprojekt an der Stadtteilschule Oldenfelde vor Foto: C. Yaman

Unterricht mit WLAN: Stadtteilschule Oldenfelde arbeitet jetzt mit Tablets und Smartphones

Von Cetin Yamann
Oldenfeld
Unter dem Motto „Start in die nächste Generation“ will die Stadt Hamburg Tablets verstärkt in den schulischen Alltag einbauen. Das Pilotprojekt startete jetzt in sechs Hamburger Schulen gleichzeitig, darunter an der Stadtteilschule Oldenfelde.
In insgesamt 35 Klassen – zehn davon in Oldenfelde – dürfen Schüler ab sofort ihre eigenen mobilen Computer im Unterricht benutzen. 14 weitere Klassen starten in diesem Monat damit. Schulsenator Ties Rabe verwies darauf, dass ein Studium bereits online ablaufe, der Einsatz in der Schule somit eine gute Vorbereitung darauf sei. Er als Hobbymusiker sei auch privat begeistert von den Möglichkeiten, die sich durch digitale Anwendungen ergäben.
Ende vergangenen Jahres hatten die ersten Klassen mit dem Projekt begonnen, einige Schüler der Stadtteilschule erläuterten bei der Vorstellung die Umsetzung in die Praxis. Ziel ist es dabei, den analogen Unterricht um die Vorteile der digitalen Welt zu ergänzen. Lernportale und digitale Schulbücher stehen für die Erledigung von Hausaufgaben zur Verfügung, mit deren Hilfe man auch seinen Wissensstand testen kann.
„Man kann auf unterschiedliche Lerntypen eingehen, das Lernniveau kann besser eingeschätzt werden“, so der Projektleiter an der Schule, Dietmar Kück, „damit wird das Tablet oder das Smartphone zum Collegeblock der neuen Generation.“

Zweijähriger Praxistest


Das Projekt wurde von Senatskanzlei und Schulbehörde gemeinsam entwickelt und wird mit insgesamt 892.000 Euro finanziert. Es ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit werden die Vor- und Nachteile des medienorientierten Unterrichts beobachtet und evaluiert.
„Wir haben es hier mit einem neuen Projekt zu tun, und alles Neue ist nicht absolut berechenbar“, sagt Schulleiter Ralf Stolle, der dennoch hinter dem Projekt steht. „Neues ist dafür da, ausprobiert zu werden, sonst gäbe es keine Entwicklung. Und aus eventuellen Fehlern werden wir lernen und sie beheben“.
Rechtliche und gesundheitliche Fragen seien weit im Vorwege geklärt worden, erläuterte Schulsenator Rabe bei der offiziellen Vorstellung. Sämtliche Eltern seien um Einverständnis gebeten worden, lediglich zwei von 1100 hätten ihre Zustimmung verweigert.
Es gibt auch weniger begeisterte Stimmen, die sich vor allem Sorgen im Bereich des Datenschutzes machen. Schulprojektleiter Kück kann die Sorgen nicht teilen: „Die Behörde arbeitet beim Thema Datenschutz mit Dataport zusammen, einem höchst erfahrenen und von Bundesländern und Kommunen getragenen IT-Dienstleister“.
Ob und wie das Projekt nach diesen zwei Jahren auf alle Hamburger Schulen übertragen werden kann, wird die begleitende Evaluation durch Prof. Dr. Rudolf Kammerl von der Universität Hamburg, Fakultät Erziehungswissenschaften, zeigen. Neben der Stadtteilschule Oldenfelde nehmen noch die Stadtteilschulen Ilse-Löwenstein-Schule/Uhlenhorst und Schule Maretstraße/Harburg und die Gymnasien Ohmoor/Niendorf, Altona und Osterbek/Farmsen-Berne)
daran teil.
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