Traurig: Berner Weihnachtshaus bleibt dunkel

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Diese Weihnachtsbeleuchtung gibt es nicht mehr: Nur der Nikolaus mit den Rentieren, der am Schornstein befestigt war, ist noch geblieben Foto: kg
 
Siegfried Bliebenich wurde am Heiligabend 2015 bestohlen. 30 Jahre hatte er Weihnachtsbeleuchtung gesammelt Foto: kg

Ende einer 30-jährigen Tradition: Diebe klauten die berühmte Weihnachtsdeko im Wert von mehreren Tausend Euro

Berne Die Besucher kommen aus ganz Hamburg und sogar aus Bad Oldesloe und Bargteheide zum Weihnachtshaus in Berne, denn gerade die Kinder lieben die vielen funkelnden Figuren, den Weihnachtsmann mit dem leuchtenden Schlitten und die süße Krippe mit dem Jesus-Kind, die hier seit vielen Jahren pünktlich zur Adventszeit aufgebaut wurden. „Es war einfach schon Tradition für viele Eltern und Großeltern, hier in der Vorweihnachtszeit vorbei zu kommen und unser geschmücktes Haus zu bewundern“, erinnert sich Siegfried Bliebenich an die vergangenen dreißig Jahre. Mit der festlichen Weihnachtsbeleuchtung bei der Kinderaugen zu strahlen beginnen, sei es nun leider vorbei, gibt das Ehepaar Bliebenich schweren Herzens bekannt. Was die beiden immer noch nicht wahrhaben können, geschah am Heiligabend des vergangenen Jahres. Die gesamte Dekoration im Wert von mehreren Tausend Euro war am Heiligabend schon früh am Morgen einfach verschwunden. „Am 23. Dezember kurz vor Mitternacht, hat unsere Nachbarin, die noch einmal kurz vor die Tür gegangen war, noch die Schafe gezählt“, sagt Siegfried Bliebenich, als er sich an den Tag vor Weihnachten erinnert. Ab 24 Uhr gingen dann per Zeitschaltuhr die Lichter aus, denn „das hat uns natürlich immer viel Strom gekostet“, so der Sammler der schönen Figuren. Am Morgen des 24. Dezembers, als das Ehepaar Bliebenich gerade beim Frühstück saß, bemerkten die beiden Rentner, dass irgendetwas nicht stimmte. „Nur der Nikolaus, den wir am Schornstein unseres Daches befestigt hatten war übrig geblieben“, erzählt Rosemarie und noch heute sitzt ihr der Schock tief im Herzen. „Ganz oben auf dem Dach, da kamen die Diebe wohl nicht ran“, vermutet Rosemarie den Verbleib der letzten Figur. Die viele Deko könne aber niemand einfach mit dem Fahrrad oder einem normalgroßen Pkw mitgenommen haben. „Die Kriminellen werden einen Transporter gebraucht haben.“ Bis heute können die Experten in Sachen Weihnachtsdekoration nicht glauben, dass in diesem Jahr alle Bewunderer des Weihnachtsspektakels umsonst kommen werden. „Wir haben das doch vor Allem für die Kinder gemacht“. Wer so skrupellos sein kann und am Heiligabend einen ganzen dekorierten Garten leerräumt, kann sich auch in der Nachbarschaft niemand erklären und die Anzeige bei der Polizei blieb leider ohne Erfolg. Nach drei Jahrzehnten Sammelleidenschaft mit Figuren, die aus ganz Deutschland stammen, geben Rosemarie und Siegried, die jetzt Anfang 70 sind, endgültig auf. „Wir haben nach dieser Tat auch keine Kraft mehr, noch einmal ganz von vorne anzufangen“. Für eine andere gute Tat haben sie noch Kraft. Immer wieder veranstalten die beiden einen Weihnachtsbasar für den Stadtteil in der eigenen Garage, sammeln bei einem selbst organisierten Flohmarkt Gelder für Menschen mit Behinderungen und kümmern sich um Nachbarn, die Unterstützung brauchen. Warum es gerade diese warmherzigen Menschen getroffen hat, kann sich niemand erklären. „Vielleicht stelle ich einfach als Ersatz einen Tannenbaum in den Vorgarten“, überlegt Rosemarie, obwohl ihr Mann nach diesem Schock jetzt eigentlich mit dem Schmücken aufhören wollte. „Gute Idee“, lenkt er dann aber doch sofort ein. Und wie könnte es anders kommen: „Den schmücken wir dann so bunt, dass es wieder ein wenig im Garten zu funkeln beginnt.“ (kg)

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