„treff großlohe“ braucht Unterstützung

Anzeige
Ihre Kartoffelsuppe ist der Renner im „treff großlohe“ : Jessica Brüdgam ist eine der beiden Köchinnen, die ehrenamtlich am Herd stehen Foto: Möller
 
Daniel Gren ist Koordinator im „treff großlohe“ Foto: Möller

Mittagstisch „Pottkieker“ ist besonders beliebt. Es kommen Menschen zwischen drei und 90 Jahren

Von Christa Möller
Großlohe
Wenn Jessica Brüdgam Kartoffelsuppe kocht, freut sich ihre Familie. Häufig kommen jedoch noch weitaus mehr Menschen in den leckeren Genuss, denn die 28-Jährige engagiert sich für den „Pottkieker“, den Mittagstisch für jedermann im „treff großlohe“. „Ich koche liebend gern“, sagt sie. „Und gut“, ergänzt Daniel Gren, Koordinator vom „treff großlohe“, wo er auf 450-Euro-Basis arbeitet und 15 bis 20 Wochenstunden ehrenamtlich tätig ist. Insgesamt engagieren sich hier 34 Ehrenamtliche. „Einige wohnen schon fast hier“, meint Gren augenzwinkernd. Der gelernte Kaufmann im Außenhandel ist inzwischen „eine Art gewachsener Sozialarbeiter“ und eines von elf Gründungsmitgliedern des Treffs, von denen einige immer noch aktiv sind. Trägerverein des vom Bezirksamt geförderten Treffpunkts ist das Seniorenbüro Hamburg. Mehr als 40 Angebotsstunden pro Woche hat Gren gezählt, unter anderem gibt es das Bürgerfrühstück, die Bücherstube, die Fotogruppe und Computerkurse. Vor dreieinhalb Jahren hatte der Koordinator den „Pottkieker“ im „treff großlohe“ initiiert. Dort stehen zwei Riesenkochtöpfe für die Versorgung hungriger Gäste bereit. Das Gemüse spendet die Ahrensburger Tafel, die eine Ausgabestelle in der Nachbarschaft hat. Der Zulauf ist mit bis zu 30 überwiegend Großloher Gästen groß. Zum Monatsende steigt die Nachfrage. Aber „man muss nicht bedürftig sein, hier ist jeder willkommen“, betont der 39-Jährige. Der jüngste Gast ist drei Jahre alt, der älteste Mitte 90.

Eintopf vom Feinsten


Sonnabends um 12.30 Uhr geht es los, bis 14 Uhr ist der „Pottkieker“ geöffnet. Ab 10 Uhr sind die beiden Hauptköchinnen Jessica Brüdgam und Karen Schillbach dann im Wechsel im Einsatz, unterstützt von „Schnippelfee“ Ursula Becker und Michael Stengelmann, zu dessen Aufgaben unter anderem das Abholen des Gemüses von der Tafel zählt. Fleisch und was sonst fehlt, wird gegebenenfalls noch eingekauft. Und dann heißt es waschen, schnippeln und kochen. Pro Essen zahlen die Gäste einen Euro, „wenn wir ohne Fleischbeilage kochen“, sonst sind es 1,50 Euro – Nachschlag inklusive. Für Kinder kostet das Mittagessen 50 Cent. Wer kann, gibt freiwillig ein bisschen mehr. Ein Höhepunkt und mit drei bis fünf Euro etwas teurer ist das dreigängige Weihnachtsmenü mit Salat, Braten, Beilagen und Dessert. Aber nicht das Essen steht im Vordergrund. „Das Wichtigste am ‚Pottkieker‘ ist die Kommunikation“, weiß Gren und ergänzt mit Blick auf einige ältere, alleinstehende Besucher: „Die genießen einfach die Gemeinschaft.“ Zu 95 Prozent trägt sich das Essen selbst, und wenn es doch mal ein kleines Plus gibt, wird das Geld zum Beispiel für den Kauf von Gewürzen oder Handschuhen verwendet, sagt er. Seit fast zwei Jahren ist Jessica Brüdgam ehrenamtlich beim „Pottkieker“ aktiv. Kontakt zum Treff bekam sie durch die Sozialberatung. Sie wurde aktiv, als Einsparungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit anstanden. Die Mutter einer vierjährigen Tochter und eines sechs Monate alten Sohnes lebt gern hier, ebenso wie Gren. Er ist vor 15 Jahren von Alt-Rahlstedt hierher gezogen und weiß: „Großlohe ist ein schöner, ein grüner, ein herzlicher Stadtteil.“ Seit der Stadtteilentwicklungsprojektphase seien Schmierereien zurückgegangen, Vandalismus sei ein untergeordnetes Thema, und Polizeieinsätze kämen nur noch sehr selten vor. Geöffnet hat der „Pottkieker“ von 12.30 bis 14 Uhr. Bis auf die Sommerferien sowie zwischen Weihnachten und Neujahr ist durchgehend geöffnet. 2005 nutzten 1.500 Besucher die Angebote des Treffs. 2015 Jahr waren es bereits 25.000 – Tendenz steigend. Allerdings ist auch der Raumbedarf gewachsen. Im derzeit leer stehenden linken Bereich des Gebäudes an der Rahlstedter Straße 108 sollen unter anderem ein zweiter Saal sowie ein größerer PC-Raum eingerichtet werden.

Neues Angebot


Ein neues Angebot ist schon seit längerem in Arbeit: Gren plant einen interkulturellen Gemeinschaftsgarten. Das Problem seien Fläche und Genehmigung, erläutert er in der Hoffnung, das Projekt demnächst im Victoriapark verwirklichen zu können. Am Sonnabend, 15. Oktober, haben die verschiedenen Gruppen im „treff großlohe“ im Rahmen eines Tages der offenen Tür zum zehnjährigen Bestehen ab 11 Uhr Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Natürlich gibt es mittags auch die berühmte Kartoffelsuppe von Jessica Brüdgam. Am Nachmittag um 15 Uhr ist ein Empfang geplant.

Ehrenamtliche Unterstützung wird dringend gesucht. Interessierte melden sich montags bis donnerstags (10 bis 12 Uhr) unter Telefon 67 59 06 41. Weitere Infos: www.treff-grosslohe.de

Spenden:

Gerade in Gründung ist der „Freundeskreis Treffpunkt Großlohe“. Wer den geplanten Umbau finanziell unterstützen möchte, kann spenden.
Seniorenbüro Hamburg, IBAN: DE 37 20050550 1236 120 224, BIC: HASP DE HH XXX, Verwendungszweck: Erweiterung Treffpunkt Großlohe
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige