Treff vor dem Aus?

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Unvorstellbar für die Jugendlichen von der Freizeitlobby in der Wandsbeker Chaussee, dass hier die Türen geschlossen bleiben könnten. „Wo sollen wir denn hin?“ Eine berechtigte Frage. Foto: Grell

Sparpläne bedrohen Existenz von Jugendeinrichtungen

Von Karen Grell
Eilbek. In die Jugendfreizeitlobby in der Wandsbeker Chaussee kommen täglich bis zu vierzig Kinder und Jugendliche, um dort ihren Nachmittag zu verbringen, ihre Hausaufgaben zu machen und Freunde zu treffen. Gerade noch hat die erste Cocktailparty mit leckeren Fruchtsäften stattgefunden, bei der viel gelacht wurde, schon sieht die Stimmung ganz anders aus. Wie das kommt?
Der Hamburger Senat plant ab 2013 in der Kinder- und Familienhilfe einzusparen. Wohl um die zehn Prozent würden diese Sparmaßnahmen für den Bezirk Wandsbek bedeuten und damit vielleicht auch das Aus für die Jugendeinrichtungen.
Wenn gleich 700.000 Euro weniger für die Unterstützung bedürftiger Kinder und deren Familien zur Verfügung stehen, würde es unweigerlich zu Schließungen von Einrichtungen und Kürzungen von Angeboten kommen.
Viele Jugendliche, die heute in den verschiedenen Einrichtungen und Vereinen immer einen vertrauten Ansprechpartner für ihre Wünsche und Sorgen finden, dadurch regelrecht auf der Straße landen. Eltern sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage oder durch die Situation als Alleinerziehende oft auf ihren Job angewiesen und können sich erst nach Feierabend um die Kinder kümmern. Die Jugendeinrichtungen leisten große Hilfe, nicht nur zur Gestaltung der Freizeit, sondern auch in der Unterstützung bei den Hausaufgaben, bei der Orientierung für die spätere Berufsfindung und durch verProjekte auch im Bildungsbereich. Die Kinder von der Jugendfreizeitlobby wissen das zu schätzen. Gerade im letzten Jahr hat eine Fotosafari ihnen den Umgang mit der Kamera gezeigt und eine Ausstellung neues Selbstvertrauen vermittelt.
Sandra Menck, die Betreuerin vor Ort, hat immer ein offenes Ohr für die Kids. „Unmöglich allein die Vorstellung“, meinen die Kids hier, „dass die Lobby schließen könnte.“ Mit selbstgemalten Plakaten rufen sie um Hilfe. „Wo sollen wir denn hin?“ Immer auf der Straße unterwegs sein, das will hier keiner. Ein Ort der Geborgenheit, an dem man auch andere Jugendliche trifft, sich ausquatschen und auch einfach nur Spaß haben kann, das ist ihnen wichtig. „Die Kinder und Jugendlichen dürfen nicht zum Sparschwein des Senates gemacht werden“, fordern deshalb die Einrichtungen. Viele Wandsbeker Einrichtungen werden am 26. April ihren Betrieb schließen und am Aktionstag gegen die Sparpläne teilnehmen. Die Mitarbeiter werden Unterschriften sammeln und sie dem Senat überreichen. Einen Lichtblick gibt es schon jetzt. Viele Wandsbeker haben ihre Solidarität zugesagt und auch bereits in der Freizeitlobby ihre Unterschrift abgegeben. (kg)
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