Treffen in der Reihenhaussiedlung Berner Au

Anzeige
Auch viele Ehemalige sind zum Treffen in die Siedlung an der Berner Au gekommen Foto: Grell

Nachbarn und Ehemalige tauschen Erinnerungen aus

Berne Seit 1958 gibt es die kleine Reihenhaussiedlung in der Berner Au. Manche der Bewohner leben hier schon von der ersten Stunde an. Carmen Hamann hat ihr halbes Leben hier verbracht, ist zwischendurch einmal weggezogen und dann wieder zurückgekommen. „Mir geht es hier einfach gut“, sagt sie. So geht es auch vielen anderen ehemaligen Bewohner. Die meisten haben noch Kontakt zur Siedlung und auch viele Freundschaften dort über die Jahre gepflegt. Dazu gehört auch Marco Witten, der seit 34 Jahren in der schmucken Siedlung wohnt und den heute die meisten den „Bürgermeister der Berner Au“ nennen. Er wisse immer über alles Bescheid und „mischt sich auch gern mal ein“, sagt Carmen Hamann lachend. Sie hat kürzlich ein „Nachbarn-Treffen“ organisiert, auf der Wiese gegenüber der Grundschule und viele Ehemalige kamen. „Viele fühlen sich einfach mit diesem kleinen Stück Hamburg auf alle Zeiten verbunden“. Es sind dann auch die alten Geschichten aus der Nachkriegszeit, die immer wieder gern erzählt werden. „Die Familien haben hier mit bis zu neun Kindern auf 80 Quadratmetern gewohnt“, erinnert sich Heike Düsenberg, die auch die Zeit miterlebt hat, in der die Häuser von der Genossenschaft verkauft wurden. „Nach dem Krieg haben hier je zwei Familien in einem Haus gewohnt.“ Man habe damals nur eine Ofenheizung gehabt, die Kohlen seien durch ein kleines Fenster direkt in den Keller gekippt worden und erst viel später wurde aus den beiden Wohnungen eine Einheit für einen einzigen Mieter. „Damals war man doch froh, überhaupt einen Raum zum Leben zu finden“. In den schlechten Zeiten „da haben sich die Leute gegenseitig viel geholfen, der Zusammenhalt war groß“, wissen Sonja Drossi und Ralf Patzer, die auch in der Siedlung aufgewachsen sind. Einige der ehemaligen Jungs an diesem Abend erinnern sich auch an ganze Banden von Jugendlichen, die hier durch die Gassen zogen. „Das Tal der Gesetzlosen“, witzelt Marco Witten. Carmen Hamann will auch in den nächsten Jahren immer mal wieder ein Treffen veranstalten. „Jeder bringt sich dann wieder ein Getränk und einen Stuhl mit“, so die alteingesessene Farmsenerin. Ganz unkompliziert, wie man es in der Berner Au am liebsten hat. (kg)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige