Trostlos!

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Jetzt bei trüben Wetter sieht man, das mit dem Palmen-Urlaubsflair wird in Rahlstedt wohl doch nicht so schnell.Foto: Bätz

Frostschäden am Rahlstedter Palmenhain

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. „Fluch der Karibik“ nannte vergangene Woche das Hamburger Abendblatt, das, was manche Rahlstedter auf die Palme bringt. Nämlich wieder einmal der Palmenhain. Dieses mal erregen sich Rahlstedter über braune vergilbte Palmwedel, die nach der Abnahme der „Frostschutz-Packungen“ kürzlich ans Licht kam. Bereits im letzten Jahr gab es nach der Pflanzung zu Protest von Gegnern der Palmen, die argumentierten, dass diese Bäume nicht nach Rahlstedt passen und keinerlei Nutzen für die einheimische Tierwelt bringen. Andere Rahlstedter, meist Geschäftsleute oder junge Menschen sehen das anders und häufig lockerer als beispielsweise eingefleischte Naturschützer. Das bewies die damalige Umfrage des Wochenblattes. Die zeigte aber auch, dass der Riss der Palmenbefürworter und Palmengegnern quer durch die Generationen und quer durch die Bevölkerung geht. Nun haben vielleicht die Skeptiker wieder Oberwasser, die bereits damals argumentierten, dass die Hanfpalmen wahrscheinlich nicht den Winter überstehen.
Sie scheinen nämlich trotz „Einpacken“ erfroren zu sein. Aber beim Bezirksamt Wandsbek beurteilt man die jetzige Lage vorsichtig. Behördensprecherin Anne Bauer: „Bisher sind nur Frostschäden an den Palmenwedeln erkennbar. Das Bezirksamt prüft, ob und wie weit Frost geschädigte Palmenwedel aus optischen Gründen zurück geschnitten werden können. Erst mit dem neuen Austrieb im Juli/August kann der Zustand der Palmen begutachtet und verlässlich durch einen Fachbetrieb eingeschätzt werden“. Beim Amt widerspricht man auch Vermutungen, dass die zwölf jeweils 1000 Euro teuren Palmen falsch auf den Winter vorbereitet wurden. Hier erklärt man, dass die Palmen fachmännisch von einem Gartenbetrieb auf den Winter vorbereitet wurden. Bauer: „Die Wurzeln wurden von den Experten durch einen mit Laub gefüllten Drahtkorb gegen Frost geschützt.
Die Palmwedel wurden aufgebunden und der obere Stamm sowie die Stiele der Palmen mit einem Frostschutzvlies umwickelt, damit wird der innen liegende Vegetationspunkt, der für ständiges Wachstum sorgt, am oberen Ende des Stammes am Übergang zu den Palmwedeln bedeckt und geschützt“.
Gegner der Palmenpflanzung wie die Rahlstedter GAL-Abgeordnete Karin Jung nehmen das zwar zur Kenntnis, sie überzeugt das aber nicht. Sie meint zu den jetzt braunen Palmen, die keinesfalls Urlaubsflair verbreiten: „Genau einen solchen Zustand haben wir nach dem Winter befürchtet, es gab da wohl zu große Erwartungen bei einigen Leuten. Einheimische Bäume wären besser gewesen. Jetzt haben wir ja diese Palmen, ich bin skeptisch, hoffe aber da grünt noch ein Palmenblatt“.
Beim Rahlstedter NABU ist man ebenfalls skeptisch. Werner Jansen: „Das Ganze hätte man sich sparen können. Das kostet wahrscheinlich wieder viel Geld, das hätte man mit einheimischen Bäumen besser anlegen können!“ Von den Befürwortern des Palmenhains meldete sich bisher niemand öffentlich zu Wort. (hbz)
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