Tschüs, Palmen!

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Rahlstedts Karibik-Traum mit der Motorsäge beendet

Von Günther Brockmann
Rahlstedt. Der Karibik-Traum von Rahlstedt ist endgültig zu Ende. Zwei Mitarbeiter der Gartenbaufirma Boymann warfen im Palmengarten in der Fußgängerzone die Motorsäge an, um die Reste der vertrockneten Stämme umzulegen. Sie machten ihre Arbeit sehr gründlich. Sie rückten auch noch mit dem Radlader an und hoben jeden einzelnen Baumstumpf mitsamt den Wurzeln aus dem Boden. Damit ist das Kapitel der Rahlstedter Palmen geschlossen. Begonnen hatte das Rahlstedter Palmenabenteuer im August 2011. Damals waren die Palmen am Ende der Fußgängerzone Schweriner Straße eingepflanzt worden. Doch Klima und Standort waren ungeeignet.
Rahlstedt. Sie waren damals genauso gründlich beim Pflanzen wie ihre Kollegen am Freitag beim Entfernen der Palmen. Besonderer Dünger, ausgesuchte Gartenerde und ein Stahlgitter für den festen Halt der Palmen und Schutz vor Beschädigungen gehörten 2011 zur Pflanzaktion dazu. Jede einzelne Palme wurde mit viel Wasser versorgt.

Zu kalt für Palmen

Rahlstedter Geschäftsleute, Rahlstedts Kommunalpolitiker und die für die Palmenanpflanzung verantwortlichen Mitarbeiter des Bezirksamtes waren zuversichtlich, dass Palmen auch in Rahlstedt wachsen und gedeihen können. Als in der Aula der Schule Neurahlstedt einst die Neuplanung der Fußgängerzone Schweriner Straße mit den Palmen vorgestellt wurde, gab es kaum Proteste. Man war sich einig: Palmen sind für die Steigerung der Attraktivität des Rahlstedter Ortskerns eine feine Sache. Dann kam der Winter 2011/2012 mit Frost, Schnee und Eis. Besonders schlimm war eine starke Frostperiode Ende Januar/Anfang Februar. Die Angst, dass die Palmen das Winterwetter nicht überstehen könnten, breitete sich aus. Alle Bemühungen, mit Schutzmaßnahmen die Palmen zu retten, schlugen fehl. Die einstigen Zweifler an dem Palmenabenteuer bekamen Oberwasser und sparten nicht mit Hohn und Spott. Der Stadtteil Rahlstedt erlangte in der Hansestadt und weit darüber hinaus eine traurige Berühmtheit wegen seines Palmendesasters. Auch überregional sorgte die „Palmen-Posse“ von Rahlstedt für Aufsehen.

„Schnapsidee“

Der Bund der Steuerzahler bezeichnete die Pflanzung als „Schnapsidee“. Jetzt werden die Pflanzen wie Unkraut entsorgt und der Steuerzahler bleibt auf Kosten in Höhe von mehr als 15.000 Euro sitzen.
Neue Säuleneichen sollen nun die leidige Diskussion beenden. Sie haben lichte Baumkrone und einen schlanken Stamm und sind daher gut für den Standort in der Fußgängerzone geeignet. Die Baumart gilt darüber hinaus besonders „stressresistent“ und ist gegenüber ihren Vorgängern damit klar im Vorteil. (güb)
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