U5 soll 2030 fahren

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Rot-Grün ist sich einig: Noch in dieser Legislaturperiode sollen die Vorplanungen für den Bau der neuen U-Bahn aufgenommen werden Foto: Hamburger Verkehrsverbund

Rot-Grün will Planungen für Bau aufnehmen

Bramfeld Hamburgs neue Regierung steht, der Koalitionsvertrag gibt Rot-Grün das Drehbuch vor. Bezirksthemen zögen sich „wie ein roter Faden“ durch das 115-Seiten-Werk, wie Katharina Fegebank (Grüne) sagt, die am heutigen Mittwoch zur Zweiten Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin ernannt werden soll. Bramfeld wird dabei an zwei wichtigen Stellen – in Sachen Wohnungsbau am Bramfelder Dorfgraben und beim geplanten Bau der U 5 – genannt.
Stichwort U 5: Noch in dieser Legislaturperiode sollen die Vorplanungen für den Bau der neuen U-Bahn aufgenommen werden – „in enger Abstimmung mit Bürgerinnen und Bürgern“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Bau der Strecke von Bramfeld über Steilshoop, voraussichtlich weiter über Sengelmannstraße und Borgweg in die Innenstadt und von dort über Lurup zum Osdorfer Born beginne dann im nächsten Jahrzehnt. Sowohl im Osten als auch im Westen soll „möglichst parallel“ mit Planung und Arbeiten gestartet werden. Der Senat „setzt sich das Ziel, in spätestens 15 Jahren die wichtigsten Streckenabschnitte fertiggestellt zu haben.“ Die U 5 soll im Jahr 2030 fahren – SPD-Bürgerschaftsfraktionschef Andreas Dressel weiß, dass die Skepsis in Bramfeld und Steilshoop groß ist, nachdem „schon viele Senate früher einen Anschluss an das Bahnnetz versprochen haben“. Die Reaktionen bleiben wohl auch deshalb verhalten optimistisch.

„Nicht olympiarelevant“


Gudrun Wohlrab vom Historischen Kinderprojekt: „Ein schienengebundenes Verkehrsmittel wird uns Bramfeldern schon seit Jahrzehnten angekündigt. Schade, dass aus der günstigen schnellen Lösung mit der Stadtbahn nichts wird, aber ich würde mich auch über die U-Bahn freuen. Allein mir fehlt der Glaube. Die Bramfelder Strecke wird nicht olympiarelevant sein und im Zweifelsfall wieder einmal zurückgestellt werden. Bis die Bahn kommt werde ich in der Altersarmut sein. Hoffentlich kann ich mir die Fahrten dann auch leisten. Außerdem handelt es sich hier leider nur um einen Wohnstadtteil mit ganz normalen Menschen. Nette brave Bewohner, die noch nie jemand gefürchtet hat. Es wäre schon toll, wenn wir Bramfelder es schaffen würden, unsere höfliche Zurückhaltung aufzugeben und für Verbesserungen in unserem Stadtteil lauter einzutreten!“ Uwe Schmidt vom Bramfelder Kulturladen (Brakula): „Ich halte es für eine sehr gute Idee, die neue U-Bahn nach Bramfeld und Steilshoop schon ab der Haltestelle Sengelmannstraße und Borgweg in das bestehende Netz zu integrieren. Vielleicht können große Teile der Strecke ja auch überirdisch auf den bisher frei gehaltenen Trassen geführt werden.“

Wohnungsbau


Bei Großprojekten wie dem Bramfelder Dorfgraben will der Senat die Entwicklung über ein „entsprechendes Managementsystem“ steuern. Dies sei erforderlich, damit der Wohnungsneubau zügig vorangeht und bezahlbar bleibe. Zwischen Bramfelder Chaussee und Fabriciusstraße sollen vornehmlich auf städtischen Flächen etwa 100 Wohnungen (Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser) entstehen - und eine neue Verbindung „für den öffentlichen Personennahverkehr“. Der Nabu hatte bereits gegen die Pläne protestiert, da dafür rund 200 Bäume gefällt werden müssen.

Trasse identisch


Daniel Stricker, Sprecher Finanzbehörde zum aktuellen Stand des Bramfelder Wohnbau-Projektes: „Die Vermarktung Dorfgraben hat noch nicht begonnen und es ist derzeit auch noch nicht absehbar, wann dies soweit sein wird. Die Trasse zur Wohnerschließung ist bislang identisch mit der zukünftigen Trasse der U 5 nach Bramfeld. Die Entscheidungen zur U-Bahn müssen zunächst abgewartet werden, um die Straßenplanung dann zeitlich und technisch-konstruktiv auf die U-Bahn-Planung abstimmen zu können. Ansonsten würde in 2016 eine Straße gebaut, die ca. fünf Jahre später abgerissen werden muss, weil die U-Bahn dort in Trogbauweise hergestellt wird und dann baut man die Straße nochmal. Insofern kann erst nach den Entscheidungen zur U-Bahn etwas zum weiteren Verfahren gesagt werden. Ohne Erschließung ist dort jedenfalls kein Wohnungsbau möglich.“ Unter Rot-Grün könnten demnach die Weichen für Nahverkehr und neues Wohnen in Bramfeld ganz entscheidend gestellt werden. (sta/ba).
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3 Kommentare
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Thea Bangen aus Dulsberg | 20.04.2015 | 18:40  
12
Matthias Kleinert aus Barmbek | 24.11.2016 | 23:16  
96
Thea Bangen aus Dulsberg | 24.11.2016 | 23:53  
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