U5: Steilshoop und Bramfeld sollen mitplanen

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Endstation Bramfeld: Diese Vision könnte nach derzeitigem Fahrplan schon in zehn Jahren Wirklichkeit werden Animation: tel

Hochbahn und Bürgerschaft wollen Bevölkerung „frühzeitig abholen“

Bramfeld/Steilshoop Die geplante U-Bahnanbindung von Steilshoop und Bramfeld (östlicher Abschnitt der U5) geht jetzt in die heiße Phase. Die Bürgerschaft machte kürzlich den Weg frei für eine Bürgerbeteiligung - etwa in Form von Workshops und Fragbögen. Termine stehen aber noch nicht fest. Bereits im Dezember hatte das Parlament 40 Millionen Euro zu „Vorentwurfs-, Entwurfs- und Genehmigungsplanungen“ für den ersten Teil der U5 freigegeben.

Vorbild Oldenfelde


Ziel der beschlossenen Bürgerbeteiligung ist es nach Meinung des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Lars Pochnicht, „maßgeschneiderte Beteiligungsformate“ für eine bestmögliche und frühzeitige Mitwirkung zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen dann in das formelle Verfahren (Planfeststellung) einfließen. Vorbild für die neue Bürgerbeteiligung ist die bislang erfolgreiche Informationspolitik der Hochbahn rund um den geplanten Bau der Station Oldenfelde zwischen Farmsen und Berne an der U1, wo Anwohner und Interessierte frühzeitig Einblick in die Pläne erhielten und sich mittels Workshops auch an der Planungsoptimierung beteiligen können. Diese Beteiligungsformen sollen weitergeführt werden und auch bei den anstehenden U-Bahnprojekten zum Einsatz kommen. Hochbahn-Pressesprecher Christoph Kreienbaum: „Wir wollen die Bürger früher abholen und auch ihr Know-how für die besten Lösungen vor Ort nutzen. Dabei haben wir den Mut, auch kritische Themen anzusprechen.“ Und so geht es in Sachen U-Bahn weiter: Im Frühjahr dieses Jahres steht die Vorentwurfsplanung für den Ost-Abschnitt der U5 (Bramfeld - City Nord) sowie für die Verlängerung der U4 in Richtung Horner Geest an. So ist beispielsweise der Trassenverlauf der U5 zwischen Steilshoop und Bramfeld noch nicht endgültig geklärt. Eine Variante sieht östlich von Steilshoop eine „Südkurve“ mit der vorläufigen Endstation in der Bramfelder Chaussee (Nord-Süd-Richtung) vor. Die zweite Variante verläuft gradliniger und endet unter dem Bramfelder Dorfplatz in Ost-West-Richtung. Letztere Variante hat den Vorteil, dass problemlos in Richtung Farmsen (U1) weiter gebaut werden könnte. Nach vorläufigen Schätzungen soll der erste Bauabschnitt der U5 mit rund sieben Kilometern Länge (geplante Gesamtlänge U5: 28 km) mindestens 600 Millionen Euro kosten. Beim mittleren Abschnitt der U5 (City Nord - Siemersplatz) startet zunächst die Machbarkeitsstudie, und für den West-Ast der Linie (Siemersplatz - Osdorfer Born) steht die Systementscheidung (U-Bahn/S-Bahn) an. Ole Thorben Buschhüter (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Bürgerschaft zum Wochenblatt: „Wir meinen es ernst mit der U5. Bereits ab 2018 soll mit dem Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt Bramfeld - City Nord begonnen werden.“ (tel)

Kommentar: Stärken und Schwächen

Jetzt wird es also ernst mit dem Bau der U-Bahnlinie 5 nach Steilshoop und Bramfeld. Dabei sind Konkretisierungen jetzt dringend nötig. Die U5 soll nach bisherigem Stand der Dinge als eine Art eierlegende Wollmilchsau für das Hamburger Schnellbahnnetz fungieren: als Ost-West- und gleichzeitig Nord-Süd-Verbindung. Letztere scheint einem ungeschriebenen Gesetz zu folgen, nach dem jeder Hamburger Schnellbahnbenutzer das Recht auf eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof besitzt. Dieses „Recht“ veranschaulicht Stärke und Schwäche des Hamburger Netzes zugleich: ein bereits überlasteter Superknoten auf der einen Seite, zu wenige Verknüpfungspunkte in der Fläche auf der anderen. Die U5 könnte ein wenig Abhilfe schaffen, richtete man beispielsweise am Borgweg eine der dringend benötigten Umsteigestationen ein. Stattdessen, so eine bisherige Planungsidee, soll die U5 diesen Knoten ohne Halt passieren. Auch die ominöse „Südkurve“ zwischen Steilshoop und Bramfeld stellt eine planerische Fragwürdigkeit dar, denn sie macht einen späteren Weiterbau der U5 nach Farmsen fast unmöglich. Der aber müsste eigentlich gleich von Anfang an kommen (Stichwort: Ost-West-Verbindung), auch um die völlige Überlastung des Busknotens Farmsen zu lindern. Man sieht also: Es gibt noch reichlich Arbeit für die Planer. (MIchael Hertel)
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1 Kommentar
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Günter Wolter aus Barmbek | 03.02.2016 | 00:07  
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