Umsatz bricht ein

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Friseurmeister Rüdiger Plage (64) verliert Kunden trotz der viel befahrenen Bundesstraße. Der Grund: Die Parkplätze vor der Ladenzeile sind seit Ende Juli wegen der Bauarbeiten gesperrt. Foto: Bätz

Geschäftsleute an der Meiendorfer Straße klagen

Von Hubert Bätz
Meiendorf. Offene Gräben, quer stehende Baufahrzeuge und Absperrungen: Die Bauarbeiten an der Meiendorfer Straße nerven die Autofahrer und zunehmend auch die Geschäftsleute. Weil die Parkplätze derzeit nicht genutzt werden können, bleibt die Kundschaft weg und die Umsätze sinken. Die Meiendorfer Straße (B75) ist seit Jahren ein Ärgernis für Autofahrer. 2013 soll die Straße in einem zweiten Bauabschnitt von der Einmündung der Saseler Straße bis hin kurz vor den Schierhornstieg erneuert werden. Die Bauarbeiten erfolgen mit der Erschließung des neuen Verbrauchermarkts Aldi im alten Kröger-Hof, bei dem jetzt schon eifrig um- und neu gebaut wird. Aber nicht nur in diesem Hof wird eifrig gebaut, auch in der Meiendorfer Straße wird jetzt schon wird gebuddelt. Es sind Vorarbeiten, Rohre und Telefonkabel werden verlegt. So schimpft Friseurmeister Rüdiger Plage (64), dessen Kundenparkplätze vor dem Salon derzeit nicht genutzt werden können: „Wir sind hier alle für den neuen Discounter und die Erneuerung der Straße, aber wir sind hier ohne Information durch die Behörden von den jetzigen Bauarbeiten überrollt worden. Mein Umsatz ist durch die Absperrungen und fehlender Laufkundschaft um 20 Prozent gesunken.“

Umsatzeinbußen bis
zu 50 Prozent
Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite und in der Nachbarschaft des Friseurs klagt man über Umsatzverluste, die zum Teil noch höher als beim Friseur sind. Anke Schlentzek (42) vom Blumenhaus Bröse an der Meiendorfer Straße 92 klagt: „Wir haben bis zu 50 Prozent Umsatzeinbußen durch den Verlust der Laufkundschaft, und selbst bei der Stammkundschaft gibt es Leute, die wegen der jetzigen Situation überlegen, ob sie noch kommen. Den Sonntagsverkauf von Blumen haben wir ganz eingestellt, das lohnt nicht mehr.“ Angesprochen, darauf, ob die Behördeninformation in Ordnung war, sagt sie: „Ich habe nur das Anschreiben von Hamburg-Wasser in Erinnerung, und die Arbeiten sollten angeblich heute am Freitag fertig werden, aber das schaut ja nicht so aus.“

Nicht informiert
Auch die übrigen Läden wie die Bäckerei Larbig oder der Tabak- und Schreibwarenladen Shabani klagen über sinkende Einnahmen und über die fehlenden Informationen durch die Behörde. Friseurmeister Plage: „Dauernd wird hier markiert und gemessen, es wäre schön, wenn wir hier über die einzelnen Bauarbeiten informiert würden. Die machen hier dauernd etwas, und wir wissen nicht was, und wie lange das dauert!“
Mit der Parkplatzsituation befasste sich auch kürzlich der Regionalausschuss Rahlstedt. Hier kam der Vorschlag auf, dass Schilder aufgestellt werden sollen, die während der Bauphasen jetzt und im nächsten Jahr auf naheliegende Alternativen verweisen. Eine befriedigende Lösung hatten die Lokalpolitiker allerdings auch nicht parat. Sie hoffen, dass die Ladenbesitzer „durchhalten“ und sie die Aussicht tröstet, dass nach dem Bau der Meiendorfer Straße zumindest der Discounter Aldi 75 Stellplätze bereitstellt.
Das Aldi-Grundstück selbst wird parallel zur B 75 zum Dassauweg hin mit einer 3,50 Meter hohen Lärmschutzwand und Pflanzen abgeschirmt, um das Wohngebiet vor Liefer- und Parkverkehr zu schützen. Dem neuen Discounter hier muss dann der alte Aldi am Spitzbergenweg weichen. (hbz)
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