Unfall bei Abbruch – beißender Geruch über Wandsbek

Anzeige
Der Vorfall wäre durch eine Kontrolle der Kessel vermeidbar gewesen: Hier im Chemiewerk Allnex liefen rund 100 Liter Chemikalien bei Kesselabbrucharbeiten aus. Es kam zu Geruchsbelästigungen Foto: Kuchenbecker

In der Helbingstraße laufen Chemikalien aus. Anwohner beunruhigt – Bezirksamt gibt Entwarnung: keine Gesundheitsgefahr

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek
Man kann nichts sehen, man kann es nur riechen: Ein beißender Geruch liegt über Teilen von Wandsbek. Doch was ist das? Wo kommt er her? Besorgte Anwohner wandten sich mit diesen Fragen ans Bezirksamt Wandsbek. Die Behörde für Umwelt und Energie der Hansestadt antwortete: Bei Kesselabbrucharbeiten in einem Chemiewerk waren bereits im August Flüssigkeiten freigesetzt worden. Eine Gefahr für die Anwohner bestand und besteht laut Behörde aber nicht. „Es gab keinen Chemieunfall“, antwortet Jan Dube, Sprecher der Behörde für Umwelt und Energie, „es handelte sich um Abbrucharbeiten über mehrere Tage im Kesselhaus der Firma Allnex in der Helbingstraße.“ Dabei waren etwa 100 Liter Chemikalien ausgelaufen, die eigentlich hätten gar nicht in dem Kessel mehr sein dürfen. Dube: „Vor Jahren wurden alle Reaktionskessel unter erheblichem finanziellem Aufwand fachmännisch gereinigt und waren seither ohne Funktion. Damals wurde aber offenbar ein Kessel „vergessen“, wovon aber offenbar weder die Firma Allnex noch die Abbruchfirma wussten.“ Doch bei den Abbrucharbeiten trat die Flüssigkeit, es handelt sich um Stoffe zur Produktion von ungesättigten Polyesterharzen, dann aus. Sie gelangte auf den Bauschutt und wurde von ihm aufgesogen, heißt es von Seiten der Behörde weiter. Dube: „Der so kontaminierte Bauschutt wurde in einem abgedichteten geschlossenen Container für die Analytik und die anschließende sachgerechte Entsorgung bereitgestellt. Der befestigte Untergrund wurde gereinigt und nichtbefestigte Bereiche wurden um einige Zentimeter ausgehoben und mit Beton verfüllt.“ Dube räumte ein, dass der Zwischenfall durch eine Kontrolle sämtlicher Kessel vor Beginn der Abbrucharbeiten hätte vermieden werden können. „Die aufgetretenen Geruchsbelästigungen sind zwar unangenehm, stellten aber zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefahr dar“, so der Sprecher weiter. Durch die Beschwerden von Anwohnern war das Bezirksamt Wandsbek auf den Vorfall aufmerksam geworden. Es schaltete daraufhin die Umweltbehörde und Wasserschutzpolizei mit der Bitte um Beurteilung ein. Dubes Fazit: „Die Untersuchung unserer Behörde hat ergeben, dass keine Anhaltspunkte für eine Umweltstraftat vorliegen.“
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 02.10.2016 | 11:35  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige