Ungewöhnliche Fragestunde in Wandsbek

Anzeige
In diesem Bereich ist der Wandse-Wanderweg sehr eng. Fußgänger werden immer wieder zur Seite geklingelt Foto: sim

Rot-Grün kippt Wiedereinführung des Bezirklichen Ordnungsdienst

Siegmund Menzel
Wandsbek/Tonndorf
Die CDU hat einen Vorschlag zur Wiedereinführung des Bezirklichen Ordnungsdienstes eingebracht. SPD und Bündnis 90/Die Grünen machen einen Strich durch die Rechnung. Besucher der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses haben den zweiten Punkt der Tagesordnung wörtlich genommen. Die Öffentliche Fragestunde zu Anliegen der Bürger dauerte genau 60 Minuten, ungewöhnlich lange. Gleich mehrere Missstände auf Gehwegen des Bezirkes wurden angesprochen. Gerda Abraham-Keiper aus Farmsen-Berne zum Beispiel löste mit ihrer Wortmeldung eine lange Diskussion aus. Auf dem Wandse-Wanderweg in der Nähe des Ostender Teiches könne man nicht mehr nebeneinander gehen, die Rücksichtnahme der Radfahrer sei auf Null gesunken, meinte die Rentnerin. Fußgänger zucken zusammen, wenn Radfahrer vorbeibrettern, man werde oft „zur Seite geklingelt“. Der Wanderweg müsste aus Sicherheitsgründen für Radfahrer gesperrt werden. Die Rentnerin erinnerte an den Bezirklichen Ordnungsdienst (BOD), der einst auch in Parks sowie auf Spielplätzen und Wanderwegen für Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit sorgte. Der BOD wurde im März 2006 eingerichtet und zum 31. Dezember 2013 wieder aufgelöst.

BOD-Mitarbeiter konnten wenig ausrichten

Ausschussmitglied Axel Kukuk (CDU) nahm die Vorlage von Gerda Abraham-Keiper auf und machte den Vorschlag, den Bezirklichen Ordnungsdienst wieder einzuführen und einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Rasch entwickelte sich ein heftiges Zwiegespräch mit Lars Kocherscheid-Dahm (SPD), der diese Idee ablehnt. Der BOD habe das einst angestrebte Ziel nicht erreicht, die acht bis zehn Leute in Wandsbek konnten nicht viel ausrichten, so seine Begründung. Die Wiedereinführung würde „uns kein Stück voranbringen“. Außerdem seien Fragen offen, so müssten zuvor die Finanzierung und die Aufgaben geklärt werden, betonte der SPD-Mann. Acht bis zehn Mitarbeiter seien besser als wenn gar nichts passiere, entgegnete Axel Kukuk. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der CDU mit den Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Gerda Abraham-Keiper jedenfalls ging enttäuscht nach Hause.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige