Verloren im Schilderwald

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Das Autobahn-Schild an der Rennbahnstraße leitet Pendler, aus Richtung Robert-Schuman-Brücke, wie immer über die Jüthornstraße auf die Autobahn. Die Sackgassen-Schilder werden von vielen Pendlern ignoriert Foto: mt

An der Rennbahnstraße werden Pendler in die gesperrte Jüthornstraße geschickt

Von Marco Thielcke
Hamburg. Wo geht es hier bitte zur Autobahn? – Immer wieder suchen Autofahrer im Wohngebiet an der Jüthornstraße nach Schleichwegen, hoffen auf einen Ausweg Richtung Horner Kreisel und müssen dann doch entnervt umdrehen und zurückfahren.Baustellen-Chaos in Wandsbek: Seit vier Wochen ist die Jüthornstraße Ecke Hammer Straße für den Verkehr Richtung Autobahn gesperrt. Hier liegt der erste Bauabschnitt der geplanten Untertunnelung der Bahnübergänge an der Hammer Straße. Es ist die erste Etappe des Baustellen-Marathons, der voraussichtlich bis Ende 2018 dauert. Doch noch immer versuchen viele Autofahrer wie gewohnt über die Jüthornstraße auf die A24 zu fahren. „Das liegt an den Verkehrsschildern, die versteht doch niemand“, sagt Sabine Kühn. Die 55-jährige Anwohnerin meint damit den Schilderwald an der Rennbahnstraße. Denn weithin sichtbar, über den Sackgassen-Schildern weist noch immer das blaue Autobahnschild an der Kreuzung in die Jüthornstraße und verspricht einen Anschluss an die Autobahn.
Doch die Verbindung zur Autobahn gibt es nicht mehr. Rund 400 Meter hinter der Kreuzung stehen die Autofahrer vor Sackgassen und gesperrten Straßen. „Viele versuchen es dann über die kleinen Seitenstraßen in dem Wohngebiet, doch auch dort ist kein Durchkommen“, sagt Anwohnerin Kühn. Sie hatte sich an das Wochenblatt gewandt und auf den Schilderwald aufmerksam gemacht. „Am ersten Wochenende nach der Sperrung war es besonders schlimm. Aber bei der Straßenverkehrsbehörde sagte man mir tatsächlich, dass ich mich nicht so aufregen soll und sich das Problem schon von alleine löst“, erzählt Sabine Kühn.
Doch wie der Wochenblatt-Reporter am Montag beobachtet, fahren noch immer viele Pendler kreuz und quer durch die Seitenstraßen. Viele geben entnervt auf und fahren wieder Richtung Rennbahnstraße, andere ignorieren die Sperrung und geben Gas.
Eine Sprecherin der Verkehrsbehörde dazu: „Die Beschilderung entspricht den Vorgaben der StVO und wurde mit der Polizei abgestimmt. Das Problem dürfte eigentlich nicht bestehen. Es wird immer wieder festgestellt, dass die Verkehrsteilnehmer sich nicht an die Regelungen halten.“

Ausweich-Tipp: Die Jüthornstraße Richtung Osten entlang fahren, am Krankenhaus Wandsbek vorbei auf die Rodigallee und dann in Jenfeld auf die A24

Noch bis Mitte Juni ist die Jüthornstraße Richtung Hammer Straße gesperrt. Dann beginnt die vorletzte Bauphase in dem Abschnitt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Mitte Juli dauern. Dann soll eine Ampelanlage den Verkehr an der Kreuzung regeln und ein neuer Linksabbieger von der Jüthornstraße auf die Hammer Straße führen. Auch an der Ecke Hammer Straße/Bärenallee wächst der Ärger der Bewohner und Autofahrer. Lange Staus, zu wenig Parkplätze und viel Lärm ertragen Anwohner und Pendler vor und hinter dem Steuer jeden Tag. Ende nicht abzusehen.
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