Viel Riesenbärenklau entdeckt

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Hermine Hecker und Dr. Gisbert Gürth verschwinden fast in dem riesigen Feld des Riesenbärenklaus Foto: güb
Bezirk Wandsbek. Seit Jahren kämpft der Bezirk Wandsbek gegen die unerwünschte Ausbreitung von invasiven Neophyten, wie dies in § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes vorgeschrieben ist. Invasive Neophyten sind eingeschleppte Pflanzenarten, die in Ermangelung natürlicher Feinde sich überschnell ausbreiten und dabei einheimische Pflanzenarten verdrängen. Jahr für Jahr gibt allein der Bezirk Wandsbek zwischen 60.000 Euro und 100.000 Euro aus, nur um den gefährlichsten Vertreter dieser Gruppe, den aus den Kaukasus eingeschleppten Riesenbärenklau, auf öffentlichem Grund zu bekämpfen. Die Pflanze löst in Verbindung mit Sonnenlicht starke Hautreizungen, ja sogar Verbrennungen aus.
Fast schien es, als hätte der Bezirk diesen Kampf gewonnen, bis Hermine Hecker, ehemalige Bezirksabgeordnete, eine riesige Population von einigen tausend Riesenbärenklauexemplaren auf den Hängen des Müllberges östlich der Glashütter Landstraße und der Wiese zwischen dem Müllberg und der Straße wieder entdeckte. Ein Teil dieser Pflanzen blüht bereits und es ist ein Frage von wenigen Wochen, bis keimungsreife Samen herangewachsen sind. Da diese Samen flug- und schwimmfähig sind, verbreiten sie sich in Windeseile, zumal einige Pflanzen bereits am Straßenrand der Glashütter Landstraße stehen und von dort durch den Verkehr beliebig weit verteilt werden. Wenn dies geschieht, so sind sich alle Experten einig, ist der jahrelange Kampf in Wandsbek gegen den Riesenbärenklau verloren und alle Kosten wären vergeblich.

Eilantrag

Um dies zu verhindern, haben der CDU-Fraktionsvorsitzende der Bezirksversammlung Wandsbek, Eckard Graage und der Fachsprecher Umwelt, Dr. Gisbert Gürth, einen Eilantrag zur sofortigen Bekämpfung des Riesenbärenklaus für die Hauptausschusssitzung der Bezirksversammlung, die am Montag dieser Woche tagte, eingebracht. Die Verwaltung wird damit zu Sofortmaßnahmen aufgefordert.
Wenn dieses geschieht, wird auch verhindert, dass der Riesenbärenklau sich von dem Südhang des Müllberges zu dem nur ca. 250 Meter entfernten Hummelsee hin ausbreitet, der im Landschaftsschutzgebiet der Hummelsbütteler Feldmark liegt. Der Hummelsee ist ein nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes gesetzlich geschütztes Biotop, bei dem „Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung“ führen können, verboten sind. Die Unterlassung der Bekämpfung des Riesenbärenklaus an dieser Stelle ist einer verbotenen Handlung gleichzusetzen. (güb)
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