Vier für den Runden Tisch

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Sie koordinieren den Einsatz der Ehrenamtlichen beim Runden Tisch Rahlstedt: v. li. Regina Heyder, Heike Peemöller, Claudia Fink-Cortum und Michael Stengel Foto: Möller
 
Das Gelbe Dorf an der Rahlstedter Straße 8 Foto: Möller

Rahlstedt hilft: Quartett koordiniert die Flüchtlingsarbeit

Von Christa Möller
Rahlstedt
Vier Menschen, ein Gedanke: Im Frühjahr 2014 brachten Regina Heyder, Heike Peemöller, Claudia Fink-Cortum und Michael Stengel ein gemeinsames Projekt auf den Weg: den Runden Tisch Flüchtlingsunterkunft.
Dabei arbeiten die vier Rahlstedter aus den beiden Kirchengemeinden Alt-Rahlstedt und der Markuskirchengemeinde überregional zusammen. „Wir wollten als Kirchengemeinden eine Plattform in den Stadtteil bringen, auf der sich alle Menschen beteiligen können, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren wollen – und das ist uns gut gelungen“, freut sich Michael Stengel, 56, über die positive Resonanz aus der Bevölkerung. Seit Juni vergangenen Jahres koordinieren er und seine drei Mitstreiterinnen die Flüchtlingsarbeit im Gelben Dorf mit 50 Aktiven, darunter auch Helfer aus vielen Vereinen. An der Rahl-stedter Straße 8 leben etwa 120 Menschen, die meisten kommen aus Syrien.

Suche nach Räumen


Soziales Engagement wirkt bereichernd und „man lernt unendlich viel.“ Das weiß Heike Peemöller seit vielen Jahren. Die 67-Jährige ist seit 26 Jahren in der Kirchengemeindearbeit tätig. Und das lange Zeit neben ihrer Arbeit bei Elektro Peemöller – jetzt ist sie allerdings im – so genannten Ruhestand. Auch die Physiotherapeutin und Reitlehrerin Claudia Fink-Cortum ist bei der Markus-Kirchengemeinde tätig, seit sechs Jahren gehört die 50-Jährige dem Kirchengemeinderat an. Lehrer Michael Stengel, der sich zuvor im Sportbereich engagierte, ist dagegen in der Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt tätig, ebenso wie Regina Heyder, 47. Sie arbeitet in Teilzeit in der Seniorenwohnanlage sowie in der Kirchengemeinde, die sie seit zehn Jahren außerdem ehrenamtlich unterstützt. „Das macht einfach Spaß“, sagt sie – auch wenn die vier Koordinatoren durchschnittlich eine Stunde täglich mit ihrem Ehrenamt beschäftigt sind. Alle drei Monate trifft sich der Runde Tisch zum Gedankenaustausch. „Jeder kann sich hier mit seinen Fähigkeiten einbringen“, sagt Michael Stengel und weist darauf hin, dass viele hilfsbereite Menschen „in der zweiten Reihe arbeiten“, beispielsweise Flyer oder die Homepage gestalten. Zur Zeit werden Räumlichkeiten für eine Kleiderkammer gesucht. Aber auch über Geldspenden freut sich der Runde Tisch, dessen Newsletter 157 Abonnenten hat. „Die Gelder kommen 1 : 1 an“, betont Regina Heyder. Sechs Nähmaschinen rattern im Gelben Dorf, wenn sich dort die von Heike Peemöller ins Leben gerufene Nähgruppe trifft. Die Frauen nähen sich ihre Kleidung selbst, während ihre Kinder häkeln oder basteln.

Teestube und Lachyoga


„Das ist nicht nur Beschäftigung, sondern zugleich praktischer Deutsch-Unterricht“, weiß Stengel, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Heike Peemöller und Claudia Fink-Cortum sind für die Kleiderkammer im Gelben Dorf zuständig und gerade dabei, eine mobile Kleiderkammer einzurichten. Das Gelbe Dorf, Träger ist Fördern und Wohnen, habe den Vorteil, „dass die Unterkunft „ziemlich zentral im Stadtteil liegt“, so Michael Stengel. Ganz neu ist die Teestube für die Männer, die seit dem 1. Oktober in Gelben Dorf Gelegenheit zum Austausch bietet, aber auch die Möglichkeit, Schach oder Backgammon zu spielen oder sich in der Fahrradwerkstatt zu betätigen. Der Runde Tisch Rahlstedt organisiert Sportangebote, für Kinder eine Musikgruppe und Unterstützung bei den Hausarbeiten, eine Fahrradwerkstatt und einen Jugendclub. Seit kurzem gibt es außerdem Lachyoga für die Frauen. Und „es werden Schulungen für Ehrenamtliche angeboten“, sagt Regina Heyder.
Viele weitere Flüchtlinge sind zu erwarten. Am Bargkoppelstieg entsteht eine Erstaufnahmeeinrichtung mit 1.200 Plätzen. Die neue Flüchtlingsunterkunft an der Grunewaldstraße für 528 Menschen soll Ende 2015 fertig sein, dort wollen die beiden Kirchengemeinden sowie der Arbeitskreis Hohenhorst und weitere Aktive sich um die Bewohner kümmern. Eine weitere Unterkunft an der Sieker Landstraße mit 270 Plätzen wird im Sommer 2016 bezugsfertig sein, hier wollen die beiden Kirchengemeinden erstmals mit der katholischen Kirche Rahlstedt und der neuapostolischen Gemeinde zusammenarbeiten. Michael Stengel hofft auf das Engagement weitere Helfer im nächsten Jahr.

Kontakt: Regina Heyder, Telefon: 677 15 75, Mobil 0174 – 707 80 95, weitere Infos: www.rahlstedt-hilft.de
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