Vierspuriger Ausbau ist vom Tisch

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Die sogenannte „unechte Vierspurigkeit“ in der Krausestraße ist vielen Anwohnern seit langem ein Dorn im Auge Foto: Burmeister

Krausestraße Thema bei Sitzung

Dulsberg/ Barmbek-Süd. Die Krausestraße wird nicht vierspurig ausgebaut. Mit dieser Mitteilung hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) jetzt eine Diskussion beendet, die die politischen Gremien seit Jahren beschäftigt. Ausgelöst wurde die erneute Debatte durch die Wiederaufnahme des Bebauungsplanverfahrens Dulsberg 6/ Barmbek-Süd 7 in der zweiten Jahreshälfte 2012. Der Planentwurf sah die planungsrechtliche Option vor, die Krausestraße zwischen den kreuzenden Straßen Dehnhaide und Alter Teichweg vierspurig auszubauen. Die im Alltag seit langem gelebte „unechte Vierspurigkeit“ sollte auf diese Weise regelkonform gemacht werden (das WochenBlatt berichtete). In verschiedenen Anträgen haben die Vertreter aller in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord seither deutlich gemacht, dass sie diesen Plänen entschieden widersprechen. „Für die Verkehrsbelastung von etwa 20.000 Kraftfahrzeugen täglich ist eine zweispurige Straße ausreichend“, heißt es in der Begründung eines von SPD und FDP interfraktionell eingereichten Antrags, der im August im Stadtentwicklungsausschuss einstimmig beschlossen wurde. Gleichzeitig sprachen sich die Fraktionen von SPD, FDP, CDU, Grünen und der „Linken“ einstimmig dafür aus, die Krausestraße auf ihrer gesamten Länge – also nicht nur im Plangebiet des Bebauungsplanes – mit Fahrradstreifen und Fußwegen auszustatten. In ihrer Mitteilung bestätigte die Verkehrsbehörde, dass die Einrichtung von regelkonformen Fuß- und Radverkehrsanlagen in der Krausestraße wünschenswert wäre.
Wann diese Maßnahmen jedoch umgesetzt werden können, sei derzeit nicht absehbar. Für einen Umbau gemäß der aktuellen „Planungshinweise für Stadtstraßen (PLAST)“ würden jedoch Flächen benötigt, die sich derzeit nicht im Besitz der Stadt befänden. Außerdem arbeite die zuständige Fachbehörde gerade an einer Dringlichkeitsliste für den Umbau von Hauptverkehrsstraßen. Die FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord will sich damit nicht zufrieden geben: „Es reicht nicht, dass der überdimensionierte Ausbau der Krausestraße vom Tisch ist“, so der liberale Fraktionsvorsitzende Claus-Joachim Dickow. „Nun müssen auch sichere Verkehrswege für Fahrradfahrer und ausreichende Flächen für Fußgänger geschaffen werden. Wir fordern die BWVI auf, die Krausestraße in der angekündigten Prioritätenliste an vorderer Stelle zu platzieren!“ Das Thema steht am Donnerstag auf der Tagesordnung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. (bb)
Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Donnerstag, 17. Oktober 2013, 18 Uhr,
Robert-Koch-Straße 17 (Großer Sitzungsaal)
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