Viktoriapark: Rahlstedter CDU sagt Nein

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Diese Fläche soll Gewerbegebiet werden Foto: rg

Ortsvorstand lehnt Gewerbepark in Hamburg zwischen Großlohe und Stapelfeld ab

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Mehrere Stunden diskutierte der Ortsvorstand der CDU. Dann sprachen sich die 33 Mitglieder bei zwei Gegenstimmen gegen den geplanten Gewerbepark zwischen Großlohe und Stapelfeld aus. Dabei hatte sich der Vorsitzende des Ortsverbandes, Karl-Heinz Warnholz, in den Jahren des Hafenbooms noch grundsätzlich für Gewerbegebiete zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein ausgesprochen. Was man sich zunächst vorstellen konnte, habe man dann kritisch gesehen und sei nun klar dagegen, sagte dazu Eckard Graage. „Es ist eine zukunftsweisende Entscheidung“, so der Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion. Und deshalb habe sich der Ortsvorstand noch einmal gründlich in die Akten des Bebauungsplanes vertieft. Ein wichtiges Argument der Rahlstedter CDU: Der noch gültige Bebauungsplan verbiete jegliche Bebauung südlich des bestehenden Merkurparks. Die Fläche zwischen Großlohe und Stapelfeld sei außerdem ein Landschaftsschutzgebiet.

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Doch laut eines Gutachtens von 2012 gibt es in Wandsbek zwar Bedarf an Gewerbeflächen, jedoch keine größeren Grundstücke. Außer südlich des Merkurparks, verkehrliche und landschaftliche Rahmenbedingungen setzten aber Grenzen für die gewerbliche Entwicklung. „Dabei gibt es jede Menge Brachflächen in Billstedt und Billbrook“, so Jörn Weiske, CDU-Fraktionschef im Regionalausschuss Rahlstedt. Von den Gewerbesteuern werde Rahlstedt nichts haben. Denn die gingen in den Hamburger Haushalt. Anders in Stapelfeld – dort sei die Gewerbesteuer außerdem niedriger. Laut Investor könnten im Viktoriapark bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Die CDU zweifelt daran: „80 Prozent der künftigen Betriebe sind bereits in Hamburg ansässig“, sagt Jörn Weiske. Er erwarte allenfalls eine Erweiterung dieser Betriebe, ansonsten eine Verlagerung von Jobs. Dafür drohe dem Stadtteil mehr Verkehr. Mindestens 4.000 Fahrzeuge pro Tag sind laut Gutachten zu erwarten. „Davon gehen 75 Prozent durch Rahlstedt, dafür sind unsere Straßen nicht gebaut“, sagt Eckard Graage. Schon jetzt würden Schleichwege genutzt, das Problem werde zunehmen. Und mehr noch: In 20 oder 30 Jahren könnte auch das derzeit begrabene Projekt Ring 3 wieder aufleben. Denn vor allem Barsbüttel hätte an der Tangente großes Interesse. „Damit lässt auch die Wohnqualität nach, und das soziale Umfeld in Rahlstedt könnte sich ändern“, fürchtet der CDU-Politiker Graage. Die genannten Probleme seien unlösbar, deshalb das klare Nein des Ortsvorstandes.

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