Visionen für Wandsbek

Anzeige
Anja Quast, SPD-Fraktionsvorsitzende, wirbt vor dem Puvogelbrunnen gegenüber der Christuskirche für den „WandsbekImpuls“. Foto: hbz
 
Der SPD- Bezirkspolitiker Rainer Schünemann (l.) und der Leiter des Wandsbeker Zentrums für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Arne Klein, beim Studium der Wandsbeker Karte.

Wie sieht der Bezirk 2030 aus? Bürger sollen mitplanen

Von Hubert Bätz
Wandsbek. Das dem Hamburger Ehrenvorsitzenden der SPD Helmut Schmidt zugeschriebene Bonmot „Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen“ ärgert Wandsbeks SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Quast. Zumindest, wenn man es in Verbindung mit der von der SPD Wandsbek 2009 in Auftrag gegebenen rund 100-seitigen Studie „WandsbekImpuls“ bringt. Stadtplaner und Stadtforscher beschäftigten sich zwei Jahre lang damit, künftige Entwicklungs-Möglichkeiten für den Bezirk Wandsbek auszuloten. Die Fachleute befragten repräsentativ viele Wandsbeker Bürger und werteten Veröffentlichungen über den Bezirk aus – und kamen zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass der Bezirk Wandsbek kaum Konturen hat. Man kennt zwar einzelne Teile wie Rahlstedt oder Hummelsbüttel, weiß manchmal aber gar nicht, dass diese zum Bezirk Wandsbek gehören. Die Stadtforscher sehen die Ursache dafür in den Nord-Süd-Verkehrsmagistralen oder historischen Entwicklungen, die den Bezirk grob in einen reichen Norden zwischen Walddörfern und einen ärmeren Süden – Jenfeld - sowie eine wenig bekannte Mitte von Steilshoop bis Farmsen teilen. Auch das weitere Ergebnis, dass Hamburgs bevölkerungsreichster Bezirk, der in viele unterschiedliche Dörfer“ zerfällt“, wie Hamburgs Ex-Bürgermeister Hennig Voscherau es bei der Impuls-Veranstaltung vor kurzem formulierte, in den Medien vergleichsweise wenig erwähnt wird, überrascht kaum.
Anja Quast findet die Studie und die damit verbundene Chance, Zukunftsvisionen für den Bezirk zu entwickeln , „spannend“. „Im politischen Alltag muss man Probleme lösen, man sitzt in Ausschüssen und bespricht ganz praktisch, wo eine Kita oder Jugendeinrichtung gebraucht wird, an welcher Stelle Geld eingespart werden muss, wie man nach einem harten Winter dafür sorgt, dass Straßenschäden möglichst schnell und effizient repariert werden“, sagt sie im Gespräch mit dem WochenBlatt. Bei all dem komme leicht das Gesamtbild aus dem Blick. Man verliere sich in Einzelfällen. Quast: „Hier werden dann Visionen und Fragen notwendig, wie sich Gesamt-Wandsbek in Zukunft entwickeln kann“.
Die SPD will nun an der Studie der Stadtforscher vom Entwicklungsbüro Urbanista anknüpfen. Sie sehen insbesondere im Bereich zwischen Steilshoop und Farmsen Entwicklungspotenzial. Denn dieser Teil des Bezirks, geprägt von Reihenhaussiedlungen, aber auch Hochhäusern, bietet ihrer Ansicht nach die größte Chance an Möglichkeiten, den Bezirk weiter zu entwickeln. Platz und Infrastruktur gibt es genug. Nach Ansicht der Stadtplaner könnten hier kleine baulich verdichtete Quartiere entstehen und grüne Freiräume erschlossen werden. Die SPD sei sich mit den Stadtplanern einig, dass man über Ideen-Werkstätten, über Anregungen der Bürger auf der Internetseite www. wandsbekimpuls.de, oder über Diskussionsveranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen Wandsbeks mit solchen „Visionen“ eine klare Identität Wandsbeks schaffen könne, ohne das Heimatbewusstsein von Saselern, Rahlstedtern, Jenfeldern, Wandsbekern zu verletzen.
Die Wandsbeker SPD-Bezirksfraktion will im Herbst die Ende April mit einer Auftakt-Veranstaltung im ehemaligen C&A-Gebäude am Wandsbeker Markt begonnene Diskussion über die „Visionen zur Zukunft Wandsbeks im Jahr 2030“ fortsetzen. Im September wollen die Fraktionsmitglieder mit den Bürgern im Forum Alstertal (11. September, 18 Uhr) über die Zukunft der Walddörfer sprechen. Diskussionsrunden in Bramfeld, Rahlstedt und Jenfeld werden sich anschließen. Ziel sei es so Quast, die die Studie „WandsbekImpuls“ bewusst nicht als SPD-Projekt verstanden wissen will, „vor Ort über Themen wie Verkehr, Wohnen, Wirtschaft, so zu reden, dass jeder begreift, dass bestimmte Fragestellungen und Visionen Wandsbek als Ganzes betreffen.“ (hbz)

Wer sich für „Wandsbek
Impuls“ interessiert, Vorschläge über die Gestaltung seines Umfeldes machen oder sich über Veranstaltungen dazu informieren möchte, schaut im Internet www.wandsbekimpuls. de oder im Büro der SPD- Bezirksfraktion an der Schloßstraße 12 vorbei
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
6
Sebastian Liebram aus Marienthal | 27.07.2012 | 11:31  
29
Rainer Schünemann aus Marienthal | 01.08.2012 | 12:07  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige