Vom Streit um die Markisen

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Uwe Jentz im Gespräch mit dem WochenBlatt

Farmsen. In Stadtteil Farmsen hat es in den letzten Monaten, Jahren sogar, viel Streit um die Markisen der Bewohner in der Gartenstadt gegeben, denn nach der Sanierung der schnicken Reihenhäuser aus den 50er Jahren, hatten sich die Bestimmungen für diese geändert. Die Häuser wurden damals unter Denkmalschutz gestellt und unterliegen seitdem den Gesetzen der zuständigen Behörden. Was das genau für Häuser und Bewohner an Veränderungen mit sich bringt und wie die genauen Bestimmungen heute für den Sonnenschutz der im Grünen liegenden Bauten bedeutet, dazu hat der Vorstand der Mietergenossenschaft Farmsen mgf, Uwe Jentz, jetzt in einem Interview mit dem Hamburger Wochenblatt Stellung genommen. (kg)
Wochenblatt: Herr Jentz, in der Siedlung rund um den Swebenbrunnen ist in den letzten Monaten viel Ärger wegen der Markisen entstanden. Wie ist es überhaupt dazu gekommen?
Jentz: Der Ärger begann damit, dass wir zunächst vom Denkmalschutzamt die Auflage bekamen, gar keine Markisen mehr an den frisch sanierten Fassaden zuzulassen. Wir haben dann darum gekämpft, zumindest farblich passende Markisen zu erlauben. Das Denkmalschutzamt stimmte dieser Idee zu. Es hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis diese Zusage auf dem Tisch lag.
Wochenblatt: Welche Art von Sonnenschutz dürfen die Mieter nach den neuen Vorschriften des Denkmalschutzamtes nun verwenden?
Jentz: Fest installierte Markisen, die den Auflagen der Behörde entsprechen, sind erlaubt und mobile Sonnenschutzsysteme.
Wochenblatt: Wie müssen diese aussehen?
Jentz: Die fest an der Fassade installierten Markisen müssen entweder der Farbe des Hauses entsprechen oder in dieser Farbe dominieren und können zudem dann einen weißen Streifen tragen. Auch die Größe und Beschaffenheit des Gestells ist vorgegeben. Ansonsten sind mobile Sonnenschutzsysteme mit freier Farbwahl möglich. Beim Kauf eines Sonnenschirms beispielsweise hat der Mieter also noch immer die freie Wahl bei seinem Einkauf.
Wochenblatt: Entsprechen die Vorschriften, die Markisen betreffend, ausschließlich der Vorstellungen des Denkmalschutzamtes oder konnte die Mietergenossenschaft Farmsen da mitwirken?
Jentz: Wie schon gesagt, wollte das Amt zunächst gar keine Markisen mehr erlauben. Wir von der mgf haben dann um die Markisen gekämpft und auch den Vorschlag gemacht, doch gestreifte Stoffe zuzulassen, falls ein Mieter die einfarbigen nicht mag.
Wochenblatt: Welches Ziel wird mit der Einheitlichkeit der Markisen eigentlich verfolgt?
Jentz: Die Siedlung steht jetzt unter Denkmalschutz und ein kulturelles Erbe soll möglichst unverfälscht erhalten bleiben. Deshalb wurde auch der Farb-Rhythmus der Gebäude wieder hergestellt. Immer vier Farben wechseln sich jetzt ab und das in den ursprünglichen Pastelltönen.
Wochenblatt: Gibt es Ausnahmen bei diesen Regellungen für einige Mieter?
Jentz: Nein, wir sind verpflichtet, die Gesetze des Denkmalschutzamtes einzuhalten. Wo die Mieter sich nicht an die Auflagen gehalten haben, da hat ein Mitarbeiter der Behörde dann eine Begehung gemacht und auch auf Fotos die Situation festgehalten. Leider musste in einigen Fällen sogar geklagt werden.
Wochenblatt: Stellen sich die Mieter denn häufig quer, wenn es um die Einhaltung der Markisenvorschriften geht?
Jentz: Nein, das waren wirklich Einzelfälle. Die meisten haben sich an den regelmäßigen Schreiben der Mietergenossenschaft orientiert und sich auch danach gerichtet. Einige wenige haben allerdings auch wissentlich die alten Markisen wieder angeschraubt und da kam es dann zu einer letzten Aufforderung diese zu entfernen, auch mit einer kurzen zweiwöchigen Frist. Zusammengefasst hat es um die Markisen viele Diskussionen gegeben, aber eigentlich wenig Ärger.
Wochenblatt: Gibt es bei den Markisen irgendeine Unterstützung von der mgf für die Mieter?
Jentz: Die Mieter müssen für die neuen Markisen, sofern sie überhaupt eine anschaffen wollen, die Kosten selber tragen. Auch für die Montage ist jeder selber verantwortlich. Bei älteren und behinderten Menschen zeigen wir aber immer soziale Verantwortung. Wir sind eine Solidargemeinschaft und wenn es Probleme gibt, dann helfen wir auch dabei Lösungen zu finden.
Wochenblatt: Welchen Rat können Sie den Mietern zum Thema Markisen mit auf den Weg geben?
Jentz: Ganz wichtig ist es, egal, ob es sich um das Installieren einer Markise oder den Bau eines Zaunes handelt, dass die Mieter vorher bei uns vorbeikommen und sich informieren. Nicht alles ist ohne Genehmigung zugelassen. Wer sich einen Zaun setzt, Umbauten vornehmen möchte oder eben eine Markise installieren will, der soll doch bitte vorher zu uns kommen. Unser Team steht jederzeit bereit. Wir müssen nur gefragt werden und der Mieter kann sich dann unnötige Kosten sparen. Ein Anruf genügt!
Wochenblatt: Vielen Dank Herr Jentz für dieses Gespräch.
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