Von Schülertausch bis „Kindergeld“

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Die Stadtteilgespräche hatten dieses Mal die Kultur im Quartier im Fokus Foto: Grell

Eilbeker Stadtteilgespräche ganz im Zeichen der Kultur im Quartier. Sponsoren für Jugendarbeit gesucht

Von Karen Grell
Eilbek
Bei den ersten Eilbeker Stadtteilgesprächen im neuen Jahr stand das Thema „Kultur im Quartier“ auf der Tagesordnung. Als Gastgeber stellte sich das Fundus-Theater an der Hasselbrookstraße den Besuchern vor und berichtete von seinen Projekten aus dem vergangenen Jahr und den Vorbereitungen für neue Theaterproduktionen. Besonderen Zuspruch fand in 2015 das Projekt „Klassentausch“, bei dem eine vierte Klasse aus Steilshoop mit einer anderen Vierten aus Volksdorf das Leben einen ganzen Tag lang tauschte. Ein Experiment, das den Schülern eine Welt eröffnet hat, die zwar ganz in der Nähe liegt, dennoch aber für viele völlig unbekannt war. Ein kleiner Film bot den Besuchern der 98. Eilbeker Stadtteilgespräche einen Einblick in diese Arbeit.

Eine Idee, die das Viertel aktivierte


Positiv im Stadtteil angenommen wurde auch das Projekt „Kindergeld“, das vom Fundus-Theater initiiert, das Viertel aktivierte. Die Idee war es, Kindern die Möglichkeit zu geben, mit selbst hergestelltem Kindergeld einkaufen zu gehen und den Umgang damit im Zusammenhang mit dem Handel dadurch zu erfahren. Die Läden durften dabei die Waren oder Dienstleistungen, die sie zur Verfügung stellen wollten, selbst aussuchen. Leider, so Gundula Höltky vom Fundus-Theater, sei die Suche nach Sponsoren und Fördermitteln ein Dauerzustand, auch dann, wenn das Haus von der Kulturbehörde unterstützt werde. Elke Suhr, Vorsitzende der Galerie „Einstellungsraum“ an der Wandsbeker Chaussee, versuchte das komplexe Konzept der Galerie, die in einem ehemaligen Blumenladen ihre Räume hat, darzustellen. Grundsätzlich geht es um das Verhältnis von Fußgängern und Autofahrern. Einige Aktionen, in deren Rahmen etwa ein Künstler sein Fahrrad auf dem Rücken geschnallt durch die Straßen trug, hätten einen Beitrag zur Auseinandersetzung der Aussteller mit dem Straßenverkehr geboten. Wer sich näher für den Einstellungsraum interessiert, sollte am besten eine Vernissage besuchen und mit den Künstlern direkt ins Gespräch kommen.Zum Ende der Veranstaltung erzählte Michael Rohsius, der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge in der Menckesallee vom aktuellen Stand in der Unterkunft. Zurzeit seien etwa 33 Jugendliche in Zimmern untergebracht und würden sich nach Anleitungen selbst versorgen. Es gäbe einfache Kochkurse und Hilfe bei der Orientierung in den Geschäften. „Die Jugendlichen kaufen selbst ein und kochen dann auch ihr eigenes Mittagessen“, berichtete Rohsius. Die jungen Erwachsenen erhalten zudem eine HVV-Monatskarte, um in der Stadt unterwegs sein und auch am Deutschunterricht teilzunehmen zu können.

Junge Flüchtlinge weiter im Fokus


Aufgrund der steigenden Zahlen unbegleiteter Flüchtlinge in den Bezirken müssten die Jugendlichen teilweise weite Anfahrtswege zu den Schulen in Kauf nehmen, da nicht alle im Quartier selbst untergebracht werden könnten. Die Unterbringung an der Menckesallee ende nach Angaben von Rohsius mit dem 18. Lebensjahr. Die jungen Erwachsenen würden dann in Folgeeinrichtungen verlegt. Ein Nachbarschaftsfest im vergangenen Jahr sollte zu einer besseren Verständigung mit den direkten Anwohnern beitragen und offene Fragen klären.
Zum Thema „neuer Jugendclub für Eilbek“ gab es leider noch keine konkreten Neuigkeiten. Seit mehr als einem Jahr ist die ehemalige Einrichtung an der Wandsbeker Chaussee geschlossen und der neue Verein „Voll in Bewegung“ ist nun neuer Träger für die Jugendeinrichtung.
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