„W1“: Alles vermietet

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Ein neues Einkaufszentrum für 45 Millionen Euro: Die Fassade des W1 ist aktuell komplett eingerüstet Foto: fbt
 
Auf dem Dach lagern Metallstreben und Baucontainer. Täglich sind hier 50 Arbeiter im Einsatz Foto: fbt

Eigentümer setzt auf Branchen-Mix. Eröffnung für Herbst 2016 geplant

Von Frank Berno Timm
Wandsbek
In ziemlichem Tempo wächst das „W1“, ein neues Einkaufszentrum an der Ecke Wandsbeker Markt-Straße/Brauhausstieg, in die Höhe. Für 45 Millionen Euro entstehen drei Gewerbe- und drei Parketagen. Die Einkaufsflächen sind schon alle vermietet – der Eigentümer ist optimistisch, dass das Konzept aufgeht. Das Hamburger Wochenblatt unternahm einen Rundgang über die Baustelle.
Das Gelände ist glitschig und nass – Hamburger Schietwetter. Kai Steindl, Chef der HBB Gewerbebau Projektgesellschaften, geht mit mir in die Baucontainer. Wir stören eine Besprechung: Ein junger Mann springt auf und holt ein Paar Gummistiefel. So kann ich sicherer laufen – Armiereisen, Bretter, Stangen für Schaldecken fordern, als wir über die Baustelle gehen, trotzdem meine ganze Aufmerksamkeit. Was macht die HBB angesichts immer wieder schließender Geschäfte optimistisch, dass ihr Konzept für ein weiteres Einkaufszentrum in Wandsbek aufgeht? Hundertprozentige Vermietung und der Nutzungsmix, antwortet der HBB-Chef, und die Antwort kommt prompt. Im „W1“, diesem Kaufhauskomplex an der Stelle eines früheren Textilkaufhauses, das schloss, wird es 13.500 Quadratmeter Mietfläche und noch einmal dieselbe als Parkfläche haben. Das heißt: Mehr als das hundertachtzigfache einer durchschnittlichen Dreizimmerwohnung für Handel. Kein Wunder also, dass man sich, unterwegs in den Geschossen, deren Rohbau gerade läuft, schon mal wie in einer riesigen Halle, vielleicht gar einer Kirche vorkommt.
Während wir durch die zugehängten, manchmal düster wirkende Räume streifen, erzählt Steindl vom Branchenmix: Lebensmittel, ein Drogeriemarkt, ein Sportartikelhändler, der noch nicht in Hamburg vertreten ist. Rund 315 Parkplätze, vom Brauhausstieg erschlossen, auch mit dem Fahrrad kann man kommen – zu Fuß geht es auf der anderen Seite, also direkt an der Kreuzung Wandsbeker Marktstraße/Hammer Straße, hinein. Wir schauen in die Hohlräume für drei Aufzüge, am Eingang sollen die Leute über Rolltreppen ins Obergeschoß kommen, der Verkehr bleibt draußen. Gab es Probleme beim Bauen? „Bisher keine Störungen“, sagt Steindl, die Baustelle sei sehr eng, ganz am Anfang seien ein paar Leitungen im Weg gewesen. Ausdrücklich und immer wieder lobt Steindl das Zusammenwirken mit den Behörden – gekauft hatte sein Unternehmen, als es schon Neubaupläne gab. Bis April sind hier täglich 50 Leute beschäftigt, wenn der Innenausbau startet, werden es über 100 sein, die letzten zwei bis drei Monate sollen dann schon die Mieter hier zugange sein, im Herbst 2016 soll Eröffnung sein. Wir haben ein Treppenhaus erreicht. Auf den Stufen liegt Filz, darüber Bretter. „Hier sind schon die späteren Originaltreppen aus Betonfertigteilen eingebaut, die so doppelt geschützt werden“, sagt Steindl. Betontreppen? „Irgendwie muss sich das ja wirtschaftlich darstellen lassen.“ Naturstein sei hier laut Steindl zu teuer. Insgesamt werden sechs Etagen gebaut, obenauf ein Flachdach. Die HBB hält sich an die „Wandsbeker Traufe“: Eine Linie am Dach, die beidseits der Marktstraße bis zum Markt verläuft.
Bei dem Bauexperten, der in diesem Jahr drei Objekte fertiggestellt hat und dasselbe auch für 2016 plant, kann man eine Menge lernen. Steindl erzählt vom Knochenprinzip: Wenn man links und rechts in einer Straße interessante Projekte hätte, profitierten alle davon (gemeint sind das Quarree und das „W1“). In einer hessischen Stadt bauten die Hamburger ebenfalls, da habe sich „viel getan“. Wandsbek kostet jedenfalls 45 Millionen Euro. Es geht vorwärts, und als ich die Gummistiefel wieder abliefere, ist die Besprechung noch im Gang. Demnächst wird die HBB übrigens noch mehr bauen: In Billstedt entsteht ein Altenheim.
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