Warnung vor falschen Spendensammlern

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Die Jenfelder Kaffeekanne in der Oppelner Straße setzt auf gesundes Essen Foto: rg

Soziale Einrichtung Jenfelder Kaffeekanne ist entsetzt

Von Rainer Glitz
Jenfeld
„Das ist nicht unsere Praxis, Spenden zu sammeln. Und Passanten zu bedrängen geht gar nicht!“, sagt Hans Berling, Geschäftsführer der Jenfelder Kaffeekanne. Offenbar haben ältere Kinder in der Nähe der sozialen Einrichtung in der Oppelner Straße Passanten angesprochen, im Jenfelder Einkaufszentrum soll eine Frau die Menschen sogar massiv bedrängt haben. Sie behaupteten jeweils, Spenden für die Kaffeekanne zu sammeln. „Das ist dreist und in hohem Maße ärgerlich“, sagt Berling. Ihm ist es sehr wichtig, klarzustellen, dass seine Einrichtung nichts mit den falschen Spendensammlern zu tun hat. Er hat auch den Sicherheitsdienst im Einkaufszentrum informiert. Dabei kann die Kaffeekanne, die einen Großteil ihrer Kosten aus öffentlichen Mitteln deckt, zusätzliche Einnahmen gut gebrauchen. Denn das tägliche Frühstück und das Mittagessen für die Kinder aus dem Stadtteil werden allein aus Spenden finanziert. Für ein Jahr ist das Angebot für Kinder aus sozial schwachen Familien gesichert: Das Spendenparlament bewilligte gerade mehr als 6.000 Euro. Die Kaffeekanne wird außerdem von Privatleuten und örtlichen Unternehmen regelmäßig unterstützt. Auch das aktuelle Ferienprogramm wird aus Spendengeldern gezahlt. Im Angebot sind ein Besuch im Museum der Arbeit und bei Planten und Blomen. Es wird eine Hafenrundfahrt mit einer HVV-Fähre geben und als Höhepunkt einen Ausflug zu Hagenbecks Tierpark. „Das sind alles Dinge, die Familien auch selbst unternehmen können“, sagt Hans Berling. Somit sei das Ferienprogramm auch als Anregung für die Freizeitgestaltung gedacht. Etwa 45 Kinder nutzen täglich das kostenlose Frühstück. Rund 40 essen zu Mittag für 50 Cent. „Unser Angebot ist saisonal und regional. Es gibt kein Schwein, aber anderes Fleisch und Fisch und jeden Tag etwas Vegetarisches“, erklärt Geschäftsführer Berling. Das Essen sei ausgewogen, auch die Wünsche der kleinen Gäste würden berücksichtigt. Nach den Ferien plant die Jenfelder Kaffeekanne Kochkurse für Grundschulkinder, damit sie lernen, wie man gesundes Essen zubereitet. Die Zutaten wird die Hamburger Tafel zur Verfügung stellen, so der Plan. Doch in der Jenfelder Kaffeekanne geht es nicht nur ums Essen. „Wir sind auch eine Jugendhilfeeinrichtung. Wir haben dabei die Familien und ihre Lebenssituation im Auge“, erklärt der Geschäftsführer. Zwei Sozialpädagoginnen arbeiten regelmäßig mit Eltern aus Jenfeld. Das Angebot reicht von Erziehungsfragen über Sozialberatung bis zur Wohnungssuche. „Bei uns muss man sich nicht anmelden, man kann einfach vorbeikommen“, betont Berling.
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