Warten auf die Flüchtlinge

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Viele Meiendorfer boten bei der Veranstaltung im Gymnasium Rahlstedt bereits ihre Unterstützung an Foto: rg

Rund 400 Bürger bei Info-Veranstaltung zur Unterkunft Bargkoppelstieg

Von Rainer Glitz
Meiendorf „Sie sehen jeden Tag im Fernsehen, was geschieht“, begrüßte Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff die rund 400 Bürger, die ins Gymnasium Rahlstedt gekommen waren. 6.600 Flüchtlinge seien allein im August nach Hamburg gekommen. „Die Verwaltung hat die Aufgabe, die Menschen unterzubringen und Obdachlosigkeit zu vermeiden“, so der SPD-Politiker weiter. Bereits 20 Standorte für die Zentrale Erstaufnahme gebe es bereits in Hamburg, nun komme auch einer in Meiendorf dazu. „Wir haben uns das Gelände am Bargkoppelstieg angesehen und waren begeistert. Die beiden Gebäudekomplexe machen einen schönen Eindruck“, sagte Kerstin Scherwath von der Innenbehörde.
Noch im September sollen die Hallen auf dem ehemaligen „Globetrotter“-Gelände hergerichtet sein und in Betrieb genommen werden. 1.000 bis 1.500 Menschen sollen dort vorübergehend untergebracht werden, „Fördern und Wohnen“ wird die Unterkunft betreiben.
Etwa 10.000 Quadratmeter Fläche wird die ZEA haben. Zusätzlich werden Standard-Wohncontainer sowie WC- und Sanitärcontainer aufgestellt. Die neuangekommenen Flüchtlinge werden zunächst medizinisch untersucht. „Wir bieten aber auch Traumatherapie, Hilfe für junge Mütter, eine Kinderbetreuung und eine eigene Schule an“, erklärte Melanie Anger von „Fördern und Wohnen“. Sie würde sich freuen, wenn es mit der benachbarten Grundschule Nydamer Weg zu Patenschaften käme. Rund drei Monate sollen die Flüchtlinge bleiben, bis sie anderswo unterkommen – oder abgeschoben werden.
Sie habe Angst, ihre Kinder abends noch auf die Straße zu lassen, sagte in der Fragerunde eine Frau aus Farmsen.
„Niemand hat vor, Kindern hinterher zu laufen“, antwortete Gunnar Eisold von der Innenbehörde und erntete dafür kräftigen Applaus. Eine andere Frau fragte, wann man Kleider spenden könne. Andere Meiendorfer wollten mehr über den Alltag in der Einrichtung wissen. Es werde ein Sichtschutz für jeweils 20 Schlafplätze in den Hallen geben und einen geschützten Raum für Frauen, erklärte Melanie Anger. Die Idee, den HVV mit einzubinden, soll geprüft werden. Die ehrenamtliche Hilfe im Stadtteil werde bereits organisiert, berichtete ein Mann. Bei der nächsten Stadtteilkonferenz soll Näheres besprochen und Ansprechpartner vermittelt werden. Die Vernetzung hat unter „Meiendorf hilft“ bei Twitter bereits begonnen, auch eine Facebook-Gruppe wurde inzwischen gegründet.
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