Warum wurden Bäume im Herdenpfad vergiftet?

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Es wurden hohe Glyphosatwerte im Herdenpfad gemessen Foto: Glitz

Ermittlungen nach Glyphosat-Fund auf der Chinchilla-Farm in Rahlstedt. Hintergrund noch unklar

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Schon von weitem kann man die acht braunen Bäume sehen, die auf dem Gelände der ehemaligen Chinchilla-Farm stehen. Am Stamm sind sie mit Plastikfolie umwickelt. Am Gebäude selbst sind endlich die Hakenkreuzschmierereien übermalt worden. Das Gelände ist mit einem Zaun gesichert. Das hatte das Bezirksamt Wandsbek angeordnet. Über das Nachbargrundstück und einen flachen, schräg stehenden Maschendrahtzaun wäre es allerdings kein Problem, dennoch auf das Grundstück zu gelangen. Das fällt auch Oliver Schweim sofort auf. Der Grünenpolitiker hatte die Bodenuntersuchungen nach einem Hinweis ins Rollen gebracht, nun macht er sich vor Ort selbst ein Bild. „So war das mit dem Abplanen sicher nicht gedacht“, sagt Schweim zu den mit Folie umwickelten Stämmen der toten Bäume. Eigentlich sollte mit Planen verhindert werden, dass das wasserlösliche Glyphosat sich weiter im Boden ausbreitet. Denn rund um die Bäume wurden große Mengen des Unkrautmittels gefunden: Sechs Gramm pro Kilogramm Erde. Das Gift sei offenbar unverdünnt ausgebracht worden, heißt es in dem Gutachten. Und offenbar innerhalb der letzten Monate. „Das legt schon Absicht nahe. Aber warum tut jemand so etwas? Und warum sind nur einzelne Bäume betroffen?“, fragt sich der Grünenpolitiker. Unklar ist auch, warum ausgerechnet Glyphosat verwendet wurde. „Gruselig“ findet das eine Anwohnerin. Sie hat nichts Auffälliges beobachtet. Das Mittel Glyphosat ist seit Langem in der Diskussion, weil es vermutlich krebserregend ist. Über den Boden gelangt es in das Grundwasser und letztlich in die Nahrungskette. „Wir müssen noch einmal klären, ob hier wirklich keine Gefahr für das Grundwasser besteht“, sagt Oliver Schweim und will beim Bezirk noch einmal nachhaken. Ansonsten wird sich auf dem Gelände am Herdenpfad nach seiner Einschätzung wenig tun. Wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Höltigbaum ist Wohnungsbau jedenfalls nicht erlaubt. Es ist unklar, was der Eigentümer mit der ehemaligen Chinchilla-Farm vorhat.

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3 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 08.10.2016 | 18:38  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 08.10.2016 | 18:56  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 08.10.2016 | 19:11  
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