Was bringt Tempo 30?

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Die Jenfelder Straße soll zwischen Jenfelder Allee und Kühnstraße verkehrsberuhigt werdenFotos: Glitz/Montage: Kühn

Streit um geplante Verkehrsberuhigung in Jenfelder Straße

Von Rainer Glitz
Jenfeld. Schleichweg oder Hauptverkehrsstraße – Tempo 30 oder Tempo 50 wie bislang? Diese Fragen sorgen im Stadtteil derzeit für heftige Diskussionen. Fakt ist: Der Bezirk Wandsbek will die Jenfelder Straße zwischen Jenfelder Allee und Kühnstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich inklusive Pollern machen, der Bahnübergang soll geschlossen werden.
„Was soll der Unfug?“, ärgert sich Ulrich Zeidler, Mitglied der AG Wohnen und Verkehr der Stadtteilkonferenz Jenfeld. „Es ist kontraproduktiv, wenn bestehende Infrastruktur zurückgebaut wird.“ Für Zeidler ist die Jenfelder Straße die Hauptquerverbindung im Stadtteil. Die Straße sei hinreichend breit für den innerörtlichen Verkehr, die Grundstücke seien relativ weit von der Straße entfernt und die Kurven verhinderten einen Missbrauch als Rennstrecke.

Verlagerung

Die Verkehrsberuhigung wird laut Zeidler dazu führen, dass andere Straßen noch mehr Autos aufnehmen müssen, schon jetzt gebe es auf der Jenfelder Allee nachmittags ständig Stau. Durch das Neubauprojekt Jenfelder Au mit 700 Wohneinheiten werde das Problem noch verschärft.
66 Anwohner des betroffenen Abschnittes der Jenfelder Straße sehen das ganz anders und haben Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung gesammelt. „Es gibt hier einen erheblichen Schleichverkehr von Pkw und Lkw, 80 Prozent fahren nicht innerhalb Jenfelds“, sagt Christian Düwerth.

„Es gibt hier einen
erheblichen Schleichverkehr von PKW und LKW,
80 Prozent fahren nicht
innerhalb Jenfelds.“
Christian Düwerth

Es sei ein reines Wohngebiet und die Lärmbelastung sehr hoch. „Außerdem fahren die meisten zu schnell“, ergänzt Anwohner Düwerth, deshalb seien er und seine Mitstreiter für Tempo 30 und Poller. „Sinnvoll“ findet das während der Diskussion in der Stadtteilkonferenz ein anderer Anwohner. Die künftigen Bewohner der Jenfelder Au würden im Übrigen andere Wege nehmen.
„Hier geht mal wieder Eigennutz vor Gemeinnutz“, schimpft ein anderer Jenfelder – und trifft damit den Nerv der Mehrheit an diesem Abend.

Klares Votum

Es gibt ein klares Votum für den Antrag der AG Wohnen und Verkehr, der die Verkehrsberuhigung ablehnt. Der Antrag geht nun an den Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek, der sich noch einmal mit der Jenfelder Straße befassen soll. Wann das Tempolimit umgesetzt werden könnte, ist noch unklar. Ob Tempo 30 nun kommt oder nicht – viel helfen wird es vermutlich nicht. Nach der Erfahrung der Jenfelder Stadtteilpolizisten wird trotzdem gerast. Denn es gebe schlicht zu wenige Beamte, um sämtliche Tempolimits ständig zu kontrollieren.
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