Was Inklusion bedeutet

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Der Wandsbeker Inklusionsbeirat im BürgersaalFoto: hfr

Wandsbeker Beirat für behindertengerechte Politik

Von Rainer Glitz
Wandsbek. „Inklusion fängt in den Köpfen an, gerade der Nicht-Behinderten“, erklärt Christian Lührs den etwas sperrigen Begriff. Früher habe man von Integration gesprochen. Jetzt habe sich die Perspektive gewandelt. „Die Mehrheit geht auf die Minderheit zu und fragt, was die Behinderten brauchen, um sie in eine Gesellschaft einzuschließen“, so der Vorsitzende des Inklusionsbeirates Wandsbek. Das Gremium ist das erste seiner Art in Hamburg. Es wurde im vergangenen September vom Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff berufen, nachdem die Schaffung des Beirates im rot-grünen Koalitionsvertrag festgeschrieben und von der Mehrheit der Bezirksversammlung unterstützt worden war. Der Inklusionsbeirat hat 23 Mitglieder, die meist aus der Behindertenarbeit kommen und teils selbst betroffen sind.
Während das Inklusionsbüro des Senates Initiativen fördert und vernetzt, geht es dem Wandsbeker Beirat um andere Ziele. Die Bezirkspolitik soll in Sachen Inklusion beraten werden, um die Interessen von Menschen mit Behinderungen zu stärken, etwa beim Thema Barrierefreiheit. Im engen Kontakt mit Behindertenorganisationen sollen Themen und Diskussionen angeregt werden. „Wir mussten im Beirat erst einmal selbst Inklusion üben“, sagt Christian Lührs. Dabei ging es etwa um die Frage, in welchem Umfang Sitzungsunterlagen vor der Veröffentlichung auf der Internet-Homepage in „leichte Sprache“ übersetzt werden sollen, damit auch geistig und lernbehinderte Menschen die Arbeit verstehen und verfolgen können – eben Teilhabe für alle. Ein Großteil des schmalen Budgets von 10.000 Euro dürfte so aufgebraucht werden.
Nachdem viel Grundsätzliches und Organisatorisches geregelt wurde, kann der Beirat jetzt mit der inhaltlichen Arbeit beginnen. Der erste „Fall“: Der Teil des Wandsbeker Marktes am Vorplatz der Post ist nicht barrierefrei. Um dem abzuhelfen, will die Bezirksversammlung nun Planung und Mittel beantragen. Im zweiten Fall konnte der Inklusionsbeirat nicht helfen: Am Gymnasium Farmsen im Bramfelder Weg sollte nach dem Willen von Eltern und Lehrer ein Treppenlift zur Aula eingebaut werden. Zuständig ist aber die Schulbehörde. Neben Schule und Arbeit ist vor allem die Nutzung des HVV das wichtigste Thema des Wandsbeker Beirates. Dies wurde in einer ersten, kurzen Diskussion bei der aktuellen öffentlichen Sitzung schnell deutlich. „Ich bin nach sieben Monaten sehr zufrieden“, sagt der Beiratsvorsitzende Lührs, „schließlich betreten wir Neuland und müssen ein bisschen experimentieren.“

hamburg.de/inklusionsbeirat
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