Was passiert mit dem EKZ Steilshoop?

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Auch die EKZ-Seite zur Gründgensstraße ist kein städtebauliches Schmuckstück; immerhin gibt es dort inzwischen auch einen Eingang Foto: tel

Immer mehr Geschäfte schließen, Nachmieter fehlen. Pläne des Eigentümers undurchsichtig

Von Michael Hertel
Steilshoop
Die Wandsbeker CDU-Bezirksfraktion unternimmt einen neuen Anlauf, damit sich in Sachen Einkaufszentrum (EKZ) Steilshoop etwas tut. Wie vom Wochenblatt mehrfach berichtet, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Geschäfte aus dem EKZ am Schreyerring ausgezogen. Bei der neuen Belegung frei werdender Ladenflächen herrscht Flaute. Die Versorgungslage der Steilshooper durch den Einzelhandel vor Ort verschlechtert sich zusehends. Das Bezirksamt nennt den Zustand deshalb auch „verbesserungswürdig“. Eigentümer der Immobilie, zu der auch eine Reihe von Wohnungen sowie Arztpraxen in den oberen Stockwerken gehören, ist der Kopenhagener Investor Henrik Nygaard Johansen (73), der die Immobilie im Jahre 2006 von der Fundus Gruppe (Anno August Jagdfeld) erwarb. Um Johansen ranken sich die wildesten Gerüchte, besonders aus seiner Zeit als Mitbesitzer des Fährschiffs „Scandinavian Star“, auf dem bei einer Brandkatastrophe im Skagerak 159 Menschen am 7. April 1990 starben.Jetzt mahnt die Wandsbeker CDU in einer Kleinen Anfrage beim Bezirksamt an, „alle Möglichkeiten zu nutzen, mit dem Eigentümer in Verhandlungen zu treten und endlich eine Verbesserung zu erzielen“. Die CDU räumt aber selbst ein, dass für die Politik die Möglichkeiten der Einflussnahme in Sachen Privateigentum gering sei. Immerhin erbrachte die Kleine Anfrage die Information, dass Bezirksbehörden und Eigentümer in jüngster Zeit mehrfach Gesprächskontakte hatten. Zuletzt ging es um einen Bauantrag des Eigentümers zur Errichtung weiterer Wohnungen auf dem Grundstück. Auch Steilshoops SPD-Chef Carsten Heeder kennt das Thema zur Genüge: „Das kann keinem Steilshooper egal sein; kein Infostand, bei dem es nicht zur Sprache käme.“ Besitzer Johansen ist aus Heeders Sicht „ein schwieriger Gesprächspartner“. Immerhin habe er sich an den Investitionen für das Innovationsquartier Steilshoop (Investitionssumme rund 7,5 Millionen Euro für die Wohnumfeldverbesserung, mehr als vier Millionen davon aus privater Hand) beteiligt. „Herr Johansen stehe nicht zur Verfügung“, beantwortet das Management die Wochenblatt-Anfrage. Heeder sieht gute Chancen auf eine Veränderung erst, wenn die Immobilie einmal wieder zum Verkauf stehe: „In Mümmelmannsberg gab es ein ähnliches Problem mit einem Einkaufzentrum. Daraufhin hat die Saga das Center mit günstigen Mieten aufgepeppelt.“ Eine weitere Möglichkeit sieht der SPD-Mann, wenn es Johansen gelingen sollte, einen „großen Player“ wie Saturn oder Media Markt ins EKZ zu locken. Dann würden die Karten neu gemischt. Dass ein solcher „Player“ vor der Inbetriebnahme der U5 in Steilshoop an Land gezogen wird, ist aber sehr unwahrscheinlich. Und noch zehn Jahre darauf zu warten, hält auch Heeder für ziemlich unbefriedigend.

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