Was Radlern noch fehlt

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Momke Sosna fragt Fahrradfahrer, wo sie lieber fahren Fotos: mdt

Momke Sosna stellt Hamburgs Radstreifen in einer Umfrage auf den Prüfstand

Von Marco Dittmer
HafenCity
Momke Sosna stellt Hamburgs Weg zur Fahrradstadt in Frage. Im Internet fragt sie Radler, wo sie lieber fahren: Auf dem Radstreifen oder doch dem – guten – alten Radweg? Im Rathaus und auch bei den meisten Hamburger Verkehrsexperten herrscht Einigkeit: Radstreifen sind für Radfahrer der sichere Weg durch die Stadt. Studien belegen, dass Fahrradfahrer auf der Straße im Sichtfeld der Autofahrer sind und nicht so leicht übersehen werden können. Radwege dagegen sind überholt. Häufige Unfälle beim Rechtsabbiegen oder an Ausfahrten sollen das bestätigen. Die 26-jährige Studentin Momke Sosna stellt genau dieses Dogma in Frage.

Onlinebefragung


„Andere Studien haben ergeben, dass trotz der geringeren Unfallzahlen auf Radstreifen fast zwei Drittel der Radfahrer lieber auf dem Radweg fahren“, sagt die Studentin der Hafencity-Universität. In einer Onlinebefragung will die junge Verkehrsplanerin nun von Radfahrern wissen, warum sie fahren, wie sie fahren, und was sich Radfahrer wünschen. Denn Radstreifen wie sie in Hamburg kilometerlang auf die Straßen gelegt werden, sind nicht alternativlos. Schon mit wenigen Eingriffen könnten sich Fahrradfahrer deutlich sicherer fühlen. „In Barcelona werden die Schutzstreifen zusätzlich mit abknickbaren Pylonen von der Fahrbahn getrennt“, sagt Momke Sosna, die bereits neben ihrem Studium in einem großen Hamburger Verkehrsplanungsbüro arbeitet.

Unübersichtliche Radwege


„In Hamburg gibt es kein einheitliches Bild. Viele Straßen werden seperat geplant. Teilweise müssen Radfahrer auf einer Straße mehrmals vom Radweg auf einen Radstreifen wechseln und wieder zurück. Das ist nicht sehr übersichtlich“, sagt die Masterstudentin, die selbst täglich mit den Rad fährt und Hamburgs Straßen genau kennt. Trotz der Kritik an Radstreifen, hält Moke Sosna Radwege auf Gehwegen für veraltet. „Das merke ich vor allem, wenn ich meine Familie in Tornesch besuche. In der Kleinstadt gibt es noch viele Radwege und man muss ständig anhalten“, sagt Momke Sosna.

Umfrage bis 11. Juni


Wer an der Umfrage teilnehmen möchte, hat noch bis zum 11. Juni Zeit. Mit ersten Ergebnissen rechnet Momke Sosna im Oktober, dann soll ihre Masterarbeit veröffentlicht werden. Bisher haben schon Tausende Hamburger abgestimmt.

Umfrage: Hier geht es zur Umfrage oder dem Link im Artikel folgen
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1 Kommentar
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Helen Klein aus Barmbek | 31.05.2017 | 17:12  
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