Weckruf in Wandsbek

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Über 300 Wohnungen entstehen hierSkizze: Bezirksamt Wandsbek

Große Pläne fürs elf Hektar große Brauhausviertel in Hamburg

Von Martin Jenssen
Wandsbek. Es liegt zentral in Hamburg, mutet aber an wie ein Relikt aus einem früheren Jahrhundert. Dabei ist das Wandsbeker Brauhausviertel von seiner Lage her eines der interessantesten Wohn- und Gewerbegebiete Hamburgs. Es hat eine direkte Anbindung an das Wandsbeker Geschäftsviertel. Auf der nördlichen Seite ist für Erholungssuchende die Grünanlage am Mühlenteich schnell zu erreichen.
Es ist ein Stadtviertel mit großer Zukunft, das aber seit rund 65 Jahren in einer Art Dornröschenschlaf vor sich hindämmert. Jetzt wollen die Bezirkspolitiker Wandsbeks das Brauhausviertel endlich aus diesem Schlaf erwecken. Dafür wurde der Bebauungsplan-Entwurf „Wandsbek 75“ entwickelt.
Das Viertel hinter dem Wandsbeker Quarree wurde im Zweiten Weltkrieg niedergebombt und danach nur kleinteilig wieder aufgebaut. Damals siedelten sich Kohlen-, Auto- und Schrotthändler an. Einige Höfe wurden gar nicht bebaut.. „Die Folgen des Zweiten Weltkriegs sind im Brauhausviertel bis heute sichtbar geblieben“, sagt Rainer Schünemann, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bezirk Wandsbek. „Mit dem alten Planrecht von 1960, das ausschließlich Geschäftsgebiete vorsah, konnten die Eigentümer der vielen kleinen Grundstücke nie so recht etwas anfangen. Jetzt können hier in den nächsten Jahren über 300 Wohnungen entstehen.“
Seit 2007 angedacht
Die Initiative zur Entwicklung des Brauhausviertels ergriff der Bezirk schließlich im Jahre 2007. Damals wurde ein Masterplan entwickelt, um das elf Hektar große Areal, in dem früher zwei Brauereien ansässig waren, nach vorne zu bringen. Getan hat sich damals nicht viel.
Seit Montag liegt nun der Plan „Wandsbek 75“ zur Einsicht aus. Er ist bis zum 17. Oktober montags bis donnerstags zwischen 9 Uhr und 16 Uhr und freitags zwischen 9 Uhr und 14 Uhr im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Wandsbek, Am Alten Posthaus 2, für Interessenten einsehbar.
Der Plan begrenzt das Gebiet Königsreihe, Wandsbeker Königstraße, Brauhausstieg und Brauhausstraße. Ein wichtiger Punkt des Entwicklungsplans ist die Schaffung eines neuen Fuß- und Radfahrweges mit seitlicher Begrünung, der zentral durch das Brauhausviertel vom Mühlenteich bis zur Wandsbeker Marktstraße führen soll. Der neue Grünstreifen soll das Brauhausviertel in ein Wohn- und in ein Gewerbegebiet teilen. Der nordöstliche Teil des Viertels soll hauptsächlich als Wohngebiet, der südwestliche Teil verstärkt für gewerbliche Nutzung zur Verfügung stehen.
Schon jetzt tut sich Einiges im Viertel. Es gibt Interessenten, die die kleinen privaten Grundstücke aufkaufen um ein großes Wohnviertel zu schaffen. „Wir werden darauf achten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht, und dass die Gemütlichkeit des Viertels erhalten bleibt“, sagt Susanne Zechendorf, Fraktionschefin der Grünen in Wandsbek.
Nicht nur das Brauhausviertel soll für die Zukunft gerüstet werden, auch der Park am Mühlenteich. „Zur Verschönerung des Parks hat die Bürgerschaft
300.000 Euro bewilligt“, verkündet Rainer Schünemann.
Investor kämpft um Baugenehmigung
Ein wichtiger Anfang zur Umgestaltung des Brauhausviertels wäre der schnelle Neubau eines freundlichen Kaufhauses an der Ecke Wandsbeker Marktstraße/ Brauhausstraße. Damit sollte eigentlich in diesem Herbst begonnen werden. Zuvor muss aber das ehemalige C&A-Gebäude abgerissen werden. Doch noch steht der alte graue Betonklotz. „Der Neubau verzögert sich leider ein wenig“, sagt Ralph Probst von der planenden KC-Holding GmbH in Stuttgart. „Wir haben noch mit der Baugenehmigung zu kämpfen. Es geht unter anderem um die Auflagen für den Brandschutz.“ Der Bauherr ist jedoch zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten Tage oder Wochen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Probst: „Die grüne Ampel ist in Sicht!“ (je)
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